06.12.16 - Ciao Yannick - Yannick Titzmann verlässt die NSU
 

Yannick Titzmann verlässt die Neckarsulmer Sport-Union in der Winterpause - eine Meldung, die auf dem Pichterich schmerzt. Doch unsere Nummer 9 hat sich dafür entschieden, die berufliche Karriere der sportlichen vorzuziehen. Diese Entscheidung ist für einen 24-Jährigen keinesfalls selbstverständlich und gerade deshalb absolut zu respektieren – auch wenn er eine große Lücke, menschlich wie sportlich, hinterlässt. „Dieser Abgang macht uns traurig, weil Yannick einen feinen Charakter besitzt, im Team höchst angesehen ist und sich auch dem Verein gegenüber immer loyal verhalten hat. Solch einen Spieler möchtest Du am liebsten klonen“, schwärmt NSU-Sportdirektor Marco Merz.

 
 

Yannick ist das, was man im Fußball gemeinhin einen „Knipser“ nennt. Er hat diese nicht antrainierbare Stürmer-Gabe, im gegnerischen Strafraum immer genau dort zu stehen, wo es brennt. Sport-Union-Routinier Marcel Busch bringt die große Wertschätzung, die Yannick rund um den Pichterich genießt, auf den Punkt: „Yannick ist ein angenehm bodenständiger Mensch, der immer mit vollem Einsatz agiert, egal ob im Training oder Spiel. Ich habe zudem selten einen Mitspieler erlebt, der so ehrlich ist, auch sich selbst gegenüber. Kurz gesagt ist solch ein Akteur für jede Mannschaft Gold wert.“ Marco Merz ergänzt: „Yannick ist exakt die Spezies Spieler, die wir uns in Neckarsulm wünschen, er verkörpert genau jene Art von Charakterspieler, die Du Dir am liebsten jahrelang im Team wünschst.“

Ab sofort darf sich also sein Heimatverein SV Leingarten über das „Knipser-Gen“ und die menschlichen Qualitäten von Yannick freuen. Wir wünschen unserer Nummer 9 alles erdenklich Gute und haben uns zum Abschied mit ihm unterhalten:


Yannick, Du verlässt die Sport-Union in der Winterpause. Kannst Du uns nochmals Deine Beweggründe verraten?

Y. T.: Ich habe mich letztendlich nach reiflicher Überlegung dazu entschieden, den Fußball etwas in den Hintergrund und mein Studium in den Vordergrund zu rücken. Die letzten Monate waren mit wöchentlich drei Fahrten von Künzelsau nach Neckarsulm sehr aufwendig, ich musste immer wieder wichtige Vorlesungen ausfallen lassen. Zeitlich war das Studium auf der einen und der Oberliga-Fußball auf der anderen Seite einfach schwer miteinander zu vereinbaren.

Wann ist diese Entscheidung in Dir gereift?

Y. T.: Mitte der Hinrunde habe ich angefangen diesbezüglich zu überlegen. Das war in der Zeit, in der ich auch aufgrund meines Urlaubs und der Verletzung schwer fit wurde. Beim Blick auf die Prüfungstermine Anfang des kommenden Jahres war dann klar, dass diese mitten in die Winter-Vorbereitung fallen. Die Konsequenz wäre, dass ich diese dann auch nicht voll hätte bestreiten können. So fiel meine Entscheidung dann letztendlich zugunsten der beruflichen Perspektive.

War es Dein ausdrücklicher Wunsch an das Trainer-Team und die sportliche Leitung das Team erst nach dem letzten Spiel zu informieren?

Y. T.: Eigentlich war geplant, dass wir der Mannschaft meine Entscheidung erst diese Woche mitteilen, doch direkt nach dem Spiel ist Thorsten Damm auf mich zugekommen und hat mich aus logistischen Gründen gefragt, ob wir die Jungs bereits in Spielberg darüber informieren können. Natürlich habe ich zugestimmt.

Am Samstag in der Kabine gab es dann zum Abschied für Dich warme Worte von Marco Merz und spontanen Applaus von Deinen Teamkameraden. Dies wird Dir den Abschied nicht leichter gemacht haben, oder?

Y. T.: An diesem Abschied ist mir generell überhaupt nichts leicht gefallen. Die Zeit in Neckarsulm hat mir großen Spaß und Freude bereitet. Ich habe in den letzten anderthalb Jahren viel gelernt, die Jungs sind alle super. Ich hatte bei Marcos Worten wirklich einen Klos im Hals.

Dein Abschied war mit dem Treffer gegen Spielberg wie gemalt. Was sagst Du selbst zu diesem Treffer?

Y. T.: Ja, so ist der Fußball manchmal. Da wir in der 89. Minute zu dritt vom Warmmachen zur Ersatzbank gerufen wurden, aber nur noch einmal wechseln konnten, habe ich zunächst gar nicht damit gerechnet, überhaupt reinzukommen. Ich war dann einfach nur sehr dankbar, dass ich nochmals für die Sport-Union auflaufen durfte. Beim Treffer selbst ging mir nicht viel durch den Kopf, ich habe mich einfach nur gefreut.


Was war für Dich das Highlight Deiner Neckarsulmer Zeit?

Y. T.: Auf jeden Fall zunächst der Aufstieg im Sommer. Ich denke, es kann nicht jeder von sich behaupten, als Spieler einen Aufstieg in die Oberliga in der Vita zu haben. Aber auch wie wir die gesamte Rückrunde in der Verbandsliga durchgezogen haben, mit dem „Finale Grande“ gegen Göppingen als Highlight, hat mir persönlich viel gegeben.


Abschließend hoffen wir, Dich möglichst oft samstags auf dem Pichterich begrüßen zu können…

Y. T.: Auf jeden Fall, ich trage die Sport-Union weiter im Herzen und werde die Jungs ganz bestimmt als Zuschauer unterstützen.

 

Danke Yannick, die Neckarsulmer Sport-Union wünscht Dir von Herzen viel Erfolg - sportlich, beruflich wie privat. Man sieht sich.

 
Hier klar erkennbar: Die Angst des Abwehrspielers vor... Yannick!