10.04.13 - Stimmen zum "Wunder von Neckarsulm"
 
Das "Wunder von Neckarsulm" ist das Sportthema Nr. 1 im Unterland. Viele können noch immer nicht kompett realisieren, dass wir es tatsächlich wahr gemacht haben! Was für eine Dramatik, was für eine Spannung und unsere Jungs haben es tatsächlich geschafft, haben den Regionalligisten SSV Ulm aus dem Wettbewerb gekegeltt und stehen nun selbst im Finale. Wir waren auf internem Stimmenfang.
 
Timo Böttjer, Trainer der Neckarsulmer Sport-Union:

"Mir fehlen immer noch die Worte. Was gestern abgelaufen ist, war einfach sensationell. Es war der Erfolg eines tollen Kollektivs, bei dem jeder einzelne über sich hinausgewachsen ist. Ich bin begeistert, was meine Mannschaft geleistet hat, wie aufopferungsvoll sie gefightet hat. Man muss ja sagen, dass wir viel unter Druck standen und in den 120 Minuten defensiv ständig arbeiten mussten. Zudem haben wir auch zahlreiche Standardsituationen gegen uns gehabt. Da ist es einfach überragend, dass wir kein Gegentor bekommen haben. Ich glaube meine Jungs sind noch nie in ihrem Leben so viel gelaufen wie gestern. Für uns als Trainer-Team war sehr erfreulich, dass die Mannschaft unsere Vorgaben zu 100% umgesetzt hat, das zeugt von großem Vertrauen. Geglaubt habe ich an den Sieg so richtig erst, als Jörn den letzten Elfer verwandelt hat. Aber ich habe schon in der Halbzeit gemerkt, da könnte was drin sein, wenn wir weiter defensiv so diszipliniert stehen. Das habe ich den Jungs dann auch vermittelt. Allerdings habe ich immer Angst gehabt, dass wir noch ein Ding rein bekommen, was aber nicht gerecht gewesen wäre. Auch die Zuschauer waren einfach Klasse. Am Anfang war ja noch alles recht ruhig, doch mit zunehmender Spieldauer hat man gemerkt, dass sich unser Publikum vom stillen Beobachter zum Fan verändert hat und es wurde in der Verlängerung und im Elfmeterschießen richtig laut. Auch nach dem Spiel sind Viele da geblieben und haben sich mit unserem Team gefreut. Das war gestern natürlich insgesamt eine tolle Werbung für das Team und den Verein, wir haben demonstriert, dass bei uns in allen Bereichen hervorragende Arbeit geleistet wird.
Jetzt ist meine Hauptaufgabe, die Mannschaft körperlich und mental wieder fit zu machen für das Ligaspiel am Samstag gegen Ingersheim. Denn sollten wir da Federn lassen, würde für mich schon ein kleiner Schatten über dem Ulm-Erfolg liegen."

 

Burak Mucan, NSU-Defensivakteur:

"Das war eine unfassbare Geschlossenheit unserer Mannschaft gestern. Wir haben einfach dran geglaubt, dass wir die Sensation schaffen können. Wir wollten so lange wie möglich die Null hinten halten, das haben wir durch ein wahnsinniges Engagement auch erreicht. Bis auf eine Ulmer Großchance haben wir ja defensiv nicht allzuviel zugelassen. Wir sind gerannt, das war nicht mehr normal. Bis uns die Krämpfe daran gehindert haben. Anders kannst Du aber gegen ein Team, das drei Klassen höher spielt nicht bestehen. Der Sieg gegen Ulm war ein absolutes Highlight."

 

Dimitri Gerlach, Kapitän der NSU:

Das war brutal anstrengend gestern, ich glaube wir haben alle Krämpfe bekommen am Ende. Ich muss sagen, das war eine tolle läuferische Leistung unserer Mannschaft. Mir war schon klar, dass Ulm Dampf machen wird, aber die haben wirklich mal richtig Gas gegeben. Dass wir am Ende dennoch als Sieger vom Platz gegangen sind, hätte ich selbst nicht erwartet. ich dachte vor dem Spiel, vielleicht schaffen wir, mit einem 0:0 in die Halbzeit zu gehen und dann am Ende knapp zu verlieren.
Was mein Elfmeter angeht hat Timo mich gefragt, ob ich mich sicher fühle und ich habe ja gesagt. Ich kenne kein Nervenflattern beim Elfmeter. Und mit der tollen Zuschauer-Unterstützung beim Elfmeterschießen konnte einfach nichts schiefgehen."

 

Jörn Pribyl, Schütze des entscheidenden Elfmeters:

"Das war einfach ein geiles Erlebnis! Wer hätte ernsthaft gedacht, dass wir gegen Ulm gewinnen? Es ist einfach unbeschreiblich und ich denke für fast alle von uns das bisher größte Erlebnis im Fußball. Dass unser Gegner aus Ulm laufstark sein würde, war mir klar, immerhin spielen sie Regionalliga, da kannst Du auch in der 110. Minute noch Gas geben. Ich hatte allerdings schon damit gerechnet dass der SSV sich mehr Torchancen erspielen würde. Aber wir haben´s defensiv einfach auch richtig gut gemacht. Bezüglich meines Elfmeters habe ich gleich zu Timo gesagt, ich schieße den letzten. Wenn man so ein Spiel runter reißt, strotzt Du natürlich vor Selbstbewusstsein. Ich habe mir beim Anlaufen gedacht: "Hau ihn einfach rein", und so ist es dann zum Glück gekommen. Danach gab es kein Halten mehr, ich wusste gar nicht, wo ich hinrennen sollte. Dann habe ich auch noch einen Krampf bekommen und dachte die Jungs erdrücken mich fast. Aber das war mir in diesem Moment so was von egal!"

 
Sinan Andic, der NSU-Torminator

"Das war richtig anstrengend gestern, ich habe seit langem wieder im Spiel Krämpfe bekommen. Aber natürlich war das ein einmaliges Erlebnis. Bei meiner Chance in der ersten Halbzeit wurde ich zunächst von meinem Gegenspieler klar gehalten, aber ich entschied mich, weiterzuspielen, Am Ende war der Winkel etwas spitz, es hat trotzdem nicht viel gefehlt. Wären wir ausgeschieden, hätte ich mich schon geärgert. Insgesamt hatten wir meiner Meinung nach die besseren Torchancen als Ulm. Im Pokalfinale zu stehen ist nicht alltäglich, das ist schon eine Supersache. ich hoffe nun, dass unsere Anstrengungen mit der Teilnahme am DFB-Pokal belohnt werden."

 

Enzo Romano, NSU-Abwehrrecke

"Ich habe dieses Spiel einfach nur genossen. Bis zur 70. Minute hatte ich einfach einen Riesen-Spaß am Spiel. Danach kamen die Krämpfe und es wurde schwieriger. Aber die überragende Stimmung hat mir geholfen. Als es dann zum Elfmeterschießen kam habe ich mir gedacht, jetzt musst Du einfach auch mal einen machen. Ich habe mich sehr sicher gefühlt und dann ging er auch rein. Das Herz, dass ich gezeigt habe war für meine Freundin, ich wollte unbedingt, dass sie dabei ist und habe ich dann versprochen, wenn ich einen Elfmeter treffe, dann für sie. So ein Spiel erlebst Du nicht sehr oft, von der Stimmung war das ganz anders, viel emotionaler, wie noch vor zwei Jahren gegen die Kickers. Ich möchte aber auch sagen, dass die Tipps, die wir vom Trainer-Team vor dem Spiel bekommen haben absolut nützlich waren. Wir wussten alles über unsere Gegenspieler. Trotzdem haben die Ulmer natürlich absolute Klasse-Stürmer. Als Sandro Reinecke mich in der Halbzeit gefragt hat, wie die so sind habe ich nur gesagt: Wenn der einen Schritt macht, muss ich fünf machen."

 

Marcel Susser, Torhüter der NSU:

Das war einfach nur geil gestern! Ich habe es noch gar nicht realisiert, dass wir tatsächlich im Finale sind, das wird auch noch eine Weile dauern. Das Ulm-Spiel hat einfach Spaß gemacht und ich hoffe ich konnte meinen Beitrag zum Erfolg leisten. Was das Elfmeterschießen angeht hat mir sehr viel gebracht, dass ich zusammen mit Enzo noch nach Ende der Trainingseinheit am Montag weitere Elfmeter geübt habe. Ich habe versucht, die Sache mental etwas anders anzugehen. Ich war auch komplett in meiner eigenen Welt, habe mich von taktischen Dingen versucht freizumachen. Nachdem Jörn uns mit seinem Elfmeter ins Finale geschossen hat, wollte ich erst wieder in mein Tor zurück, ich hatte nicht mitgezählt. Auf einmal ist der Jörn dann abgegangen und als dann die anderen auch angefangen haben zu jubeln, war mir klar: Mensch, wir sind weiter! Was ich noch erwähnen möchte, ich war überwältigt von den Reaktionen unserer Zuschauer, wie viele Leute auf mich zukamen um zu gratulieren und die komplette Mannschaft zu feiern. Das war mein bisher größtes Erlebnis."

 

Matthias Höck, NSU-Abwehrrecke

"Ich bin heute Morgen aufgewacht und konnte es immer noch nicht fassen, was wir da erreicht haben. Ich habe eben auch schon mit Marco Merz SMS´ ausgetauscht. Es war einfach der perfekte Tag. Ein Dank auch an die Organisatoren, es lief alles reibungslos ab und hat einfach Spaß gemacht. Und dann kommst Du noch hoch und siehst wie der BVB in der Champions League gewinnt. Das Ulm-Spiel war für mich bisher das Größte, was ich im Fußball erlebt habe. Auch wenn ich zur Dopingprobe ausgelost wurde. Es ist schon ein komisches Gefühl wenn Dir jemand dabei über die Schultern schaut. Aber irgendwann hat es dann geklappt und es ging relativ reibungslos über die Bühne."

 

Brockmaster B., Rapper der NSU-Pokalhymne:

"Obwohl ich nicht unbedingt alles über Fußball weiß, war es gestern eine absolut krasse Sache. Was die NSU abgeliefert hat, war einfach sensationell. Die Erwartungen waren schließlich ganz andere"