10.04.13 - Das "Wunder von Neckarsulm" wurde wahr - NSU bezwingt Ulm
 
Im Neckarsulmer Pichterichstadion wurde gestern Abend Unterländer Fußballgeschichte geschrieben. Unsere NSU hat das Wunder von Neckarsulm tatsächlich wahr gemacht und den drei Klassen höher spielenden Regionalligisten SSV Ulm sensationell mit 5:4 nach Elfmeterschießen besiegt. Es war ein an Dramatik und Spannung nicht zu überbietender Pokalfight, den unser Team aufgrund einer kämpferischen Bravourleistung letztendlich nicht einmal unverdient für sich entscheiden und damit ins WFV-Pokalfinale einziehen konnte. Damit ist die NSU das erste Team aus dem Unterland seit dem VfR Heilbronn 1980, das wieder in einem Endspiel um den Verbandspokal steht.

Es war 18:33 Uhr als der ohne Fehl und Tadel agierende Unparteiische Arno Blos die Begegnung zwischen der Neckarsulmer Sport-Union anpfiff. Grandiose 1200 Schaulustige säumten das Rund des Pichterichstadions und sollten ihr Kommen nicht bereuen, nimmt man vielleicht die rund 300 Gästefans vom SSV Ulm einmal aus. NSU-Trainer Timo Böttjer hatte vor der Begegnung Sorgenfalten auf der Stirn. Mit Steffen Elseg, Steven Neupert und Sandro Reinecke fielen drei wichtige Spieler aus, der angeschlagene Ouadie Barini konnte zumindest auf der Bank Platz nehmen.

Zu Beginn übten die Gäste aus Ulm viel Druck aus, die beiden starken Stürmer Yanick Agro und Moussa Toure waren ständige Unruheherde in der Neckarsulmer Defensive, welche ständig vom nicht minder begabten Außenbahnspieler Fabio Kaufmann mit Vorlagen gefüttert wurden. Allerdings schafften es die Ulmer trotz des Plus an Ballbesitzes nicht, nennenswerte Torchancen zu kreieren. Die beiden tief stehenden Neckarsulmer Viererketten machten die Räume geschickt eng, wogegen das Team aus der Münsterstadt kein adäquates Rezept fanden.

Unsere NSU hingegen setzte in der Offensive einige brandgefährliche Nadelstiche. Den ersten in der 11. Minute, als Burak Mucan, mustergültig von Jörn Pribyl eingesetzt, aus elf Metern abzog, allerdings seinen Meister im Ulmer Keeper Holger Betz fand. Den Torschrei schon auf den Lippen hatten unsere Fans in der 27. Minute, als sich Sinan Andic das Leder selbst im Ulmer Strafraum erkämpft hatte, sein Diagonalschuss aus sieben Meter jedoch um Zentimeter am Ulmer Gehäuse vorbeistrich. In der 43. Minute schließlich war es Marcel Oechsner, der mit einem sehenswert getretenen Freistoß aus 22 Metern ebenfalls haarscharf scheiterte. Nimmt man die Qualität der Torchancen als Maßstab, die NSU hätte eigentlich schon zur Pause führen können.

Im zweiten Durchgang entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe. Die Ulmer waren zwar bemüht und setzten auch das ein oder andere Highlight, dass so manchen Neckarsulmer Zuschauer staunend zurückließ, die Angriffsversuche der Spatzen wurden aber dennoch immer ideenloser. Und wenn es doch einmal brenzlig wurde im Neckarsulmer Strafraum, dann war NSU-Keeper Marcel Susser, der gestern eine herausragende Leistung zeigte, zur Stelle. So faustete unser Schlussmann in der 70. Minute einen Kopfball von Moussa Toure mit einem Reflex von der Linie.

Unsere Jungs mussten nun nach und nach der kräfteraubenden Spielweise Tribut zollen, immer wieder musste ein Neckarsulmer Akteur mit Muskelkrämpfen behandelt werden. Und beinahe wäre Ihnen die Verlängerung sogar erspart geblieben. Doch Ulms Keeper Holger Betz wollte scheinbar unbedingt noch eine halbe Stunde weiterspielen, und fischte einen Pribyl-Hammer aus 17 Metern aus dem linken Torwinkel. Haareraufen bei der NSU. So kam das Unvermeidliche: Verlängerung.

Längst schon hatten unsere Jungs das zu Beginn noch verhaltenenere Publikum auf seine Seite gezogen, längst war der Funke übergesprungen. Jeder Neckarsulmer Angriff wurde von unseren Anhängern mit lautstarken Anfeuerungen bedacht, jede Grätsche, jede Balleroberung mit Applaus quittiert. Es herrschte eine Stimmung im Pichterichstadion, die als legendär in die Annalen der Neckarsulmer Sport-Union eingehen wird. Die Floskel vom "bedingungslosen Pokalfight" machte die Runde. Es war aber einfach auch beeindruckend, was die 22 Spieler auf dem grünen Rasen boten. Die Ulmer demonstrierten, dass sie das Potential haben, einmal durchzukommen und den entscheidenden Treffer zu erzielen. Doch die Körpersprache unserer Jungs verriet, dass sie dies unter allen Umständen verhindern wollten.

In der Verlängerung machte sich dennoch der konditionelle Vorteil der Ulmer bemerkbar. Doch ist dies ein Wunder, wenn ein Viertligist auf einen Siebtligisten trifft? Und immerhin hatten wir ja einen Marcel Susser zwischen den Pfosten, der zwischen der 90. und 120. Minute über sich hinauswuchs. Was dieser Tausendsassa im Neckarsulmer Gehäuse alles wegmachte, war einfach unglaublich. Aber auch die zehn Akteure vor ihm, sie zeigten eine Defensivleistung mit viel Herz und Leidenschaft, mit der die Ulmer in dieser Form wohl nicht gerechnet hatten.

So kam das Unvermeidliche, das Elfmeterschießen. Und es war ein gutes Omen, dass dafür nicht etwa das Tor bei den Ulmer Fans ausgesucht wurde, sondern das Gehäuse, welches zu unserem "magischen Platz 2" zeigt. Zunächst trat der Ulmer Max Bachl-Staudinger an und verwandelte sicher zum 1:0 für die Ulmer. Doch unser Abwehrrecke Enzo Romano tat es ihm gleich und glich zum 1:1 aus. Dann kam die Heldentat von Marcel Susser, der den Elfmeter von Johannes Ludmann glänzend entschärfen konnte. Engin Olgun war als nächster an der Reihe und brachte die NSU erstmals in Führung - 2:1. Danach trafen alle weiteren Schützen, auf Ulmer Seite Trkulja, Rodriguez und Reichert, für Neckarsulm Dimi Gerlach und Marcel Oechsner. Nun hatte unser Mittelfeldwirbler Jörn Pribyl die schwere Aufgabe, als letzter Schütze anzutreten und mit einem Treffer die Partie zugunsten der NSU zu entscheiden. Wahrscheinlich hätte keiner der 1200 Zuschauer in dieser Situation mit ihm tauschen wollen, doch Jörn hat es gemacht, schickte mit Nerven aus Stahl die komplette Neckarsulmer Sport-Union mit seinem Schuss in den rechten Torwinkel auf den Gipfel des puren Glücks. Gewonnen! Ulm rausgekelt! Finale wir kommen!

Worte, liebe Leser, und sind sie auch noch so gekonnt benutzt, können nicht annähernd das wider geben, was sich gestern bei uns im Pichterichstadion abgespielt hat. Wunder, Sensation, nun gut, diese Floskeln treffen zweifellos den Kern für das Geschehene. Doch jeder der gestern anwesend war wird diese Begegnung so schnell nicht wieder vergessen. Jungs, Ihr seid Helden!

 
Einlaufen mit unseren Einlaufkinder
18:30 - hier hat alles begonnen
Da waren sie noch guten Mutes: Die Ulmer Bank
Das Fußballfest stand kurz vor dem Anpfiff
Alex Elser setzt sich durch
Jörn Pribyl gegen Elyes Seddiki
Sinan Andic war ein ständiger Unruheherd
Marcel Oechsner mit Einsatz
Burak Mucan mit der ersten guten Neckarsulmer Chance
Foul von Johannes Ludmann an Alex Elser
Und hier die beste NSU-Chance...
Sinan setzt sich durch, zieht ab...
... aber haarscharf am Tor vorbei
Unser "Torminator"
Alex Elser
Sinan geht an Johannes Reichert vorbei
.. und gibt einem weiteren Ulmer Defensivmann einen Beinschuss
Paul Sauter sahs mit Sorge
Jörn gewinnt ein Kopfballduell gegen Yannick Agro
Und dann wurde es hell im Pichterichstadion
Schaafi und Oli bremsen gemeinsam Moussa Toure
Marcel Susser - seine Leistung: Ohne Worte
Dimi Gerlach kann klären
Marcel vor Sebastian Griesbeck am Ball
Und hier klärt der Teufelskerl im Neckarsulmer Tor gegen Garcia-Rodriguez
Elegant: Marcel Oechsner
"Schaafi" im Bodenspiel
Oli Köhler rettet gegen Agro
Und war unser Marcel Susser doch einmal geschlagen, steht ja auch noch Marcel Oechner auf der Linie
Akrobatische Einlage von Agro
Marcel, Marcel, immer wieder Marcel
Was für eine Kulisse!
Chance für Sinan
Burak Mucan zeigte wie alle Neckarsulmer eine unglaubliche Begegnung
Matze Höck klärt
Brenzlige Szene im Neckarsulmer Strafraum
Dann kamen die Elfmeter...
... Enzo Romano trifft als erster Neckarsulmer
Drin das Ding!
Und dann hält Marcel Susser den Elfmeter von Johannes Ludmann
Yes!
Freude bei Marcel
Es sollte der entscheidende Fehlschuss sein
Dann kam Engosch
... wunderbar geschossen
... auch drin!
Dann Dimi... Tor!
Marcel Oechsner...
... Ulms Keeper Holger Betz reckt sich vergeblich...
TOR!
Und das war der entschiedende Schuss ins Finale von Jörn Pribyl
Der Rest ist Jubel pur in Blau
 
 
Screenshot der "Spatzen"-Homepage - immer noch unassbar, aber hier stehts weiß auf schwarz!