02.02.17 - Das Runde muss auf´s Eckige : NSU goes Tischtennis
 

Die Nachricht von Trainer Thorsten Damm in der NSU-WhatsApp-Teamgruppe war kurz und knapp: „Am Montag nicht Training auf dem Platz, sondern um 19:30 Uhr in der Hezenberghalle.“ Nachtigall, ick hör Dir trapsen: Natürlich kennt seine Mannschaft die Vorlieben des Trainers, in der Vorbereitung spontan Einheiten mit anderen NSU-Abteilungen einzustreuen. So geschehen in den letzten Jahren mit der Rugby- und Boxabteilung. Dementsprechend schossen zunächst die Gerüchte in den (Team-) Himmel, welche Sportdisziplin sich Thorsten Damm denn diesmal ausgesucht hatte. Manche meinten Volleyball, vielen tippten auf Badminton. Ganz Kreative freuten sich bereits auf die Trendsportart „Bubbleball“, einer befürchtete gar, dass Nico Lang sein Fitnessstudio für einen Tag in die Hezenberghalle verlegt hätte…

 
 

Doch weit gefehlt. Auf eine Sportart kam das Neckarsulmer Fußball-Kollektiv nämlich nicht: Tischtennis. Darf man Wikipedia glauben, dann ist Tischtennis, bezogen auf die Zeit zwischen zwei Ballkontakten der schnellste Rückschlagsport der Welt. Hmmm, krass. Das hat wohl auch unser Trainerteam erheblich beeindruckt, meldete es sich doch am Montag komplett krank. Also oblag es unseren beiden Routiniers Marcel Busch und Martin Hess, die etwas andere Trainingseinheit zu leiten.

Als die Jungs dann umgezogen auf dem Belag der Hezenberghalle standen, hatte das Rätselraten schnell ein Ende. „Die Jungs waren wirklich komplett überrascht, Tischtennis hatte keiner erwartet“, schmunzelte Marcel Busch. Und die Jungs in blau waren durchaus erfreut. Ja, wer hat nicht als kleiner Junge im Schwimmbad auf Stein-Tischtennisplatten samt Metallnetz mit viel Spaß „Mäxle“ (schreibt man das so?) gespielt?

Apropos Mäxle, Steffen Elseg war das „Um-die-Platte-Rennen“ wohl zu langweilig, so fragte der Stürmer unseren Sportdirektor Marco Merz: „Marco, das bockt es nicht so richtig, spielen wir alleine an einer Platte?“ Unser Sportdirektor, für sportliche Auseinandersetzungen immer zu haben, stimmte spontan zu. Zunächst schlugen sich die beiden ein. „Da habe ich eigentlich gedacht, der „Else“ spielt genauso blind wie ich, und habe ihm ein Match angeboten.“ Doch Steffen Elseg ist halt clever, sehr clever. Denn als begonnen wurde zu zählen, fegte Else“ unseren bedauernswerten Sportdirektor geradezu von der Platte. Ja, er demoralisierte ihn. Was Marco Merz nämlich nicht wusste: Steffen Elseg spielte einst Tischtennis im Verein und hat bis heute nicht viel an Können verloren - nur beim beim Einschlagen hatte er seine Talente absichtlich verborgen. Sehr zum Leidwesen von Marco Merz. „Wenn man Steffen kennt, dann denkt man eigentlich, dass er beim Spielstand von 5:0 etwas Gnade walten lässt. Das Gegenteil war aber der Fall, er hat mich voll abgezogen“, ärgerte sich unser Sportdirektor über Elseg, den „Bluffer“.

Von dieser Episode abgesehen fand Marco Merz allerdings lobende Worte für das allgemeine Tischtennis-Niveau unseres Oberliga-Teams. „Besonders überrascht hat mich, dass vor allem unsere Akteure, aus nicht unbedingt für ihre Tischtennis-Affinität bekannten Ländern wie die Türkei, Marokko Italien oder Kroatien einen richtig guten Ball gespielt haben. Bei Ouadie Barini beispielsweise hatte ich am Anfang Angst er wüsste gar nicht, was er mit diesem schwarz-roten Brett machen soll. Aber „Hadji“ hat dann wirklich beeindruckend gut gespielt.“

Und nun kommen wir zum Modus – und der war nicht ganz unkompliziert: Es wurde viel gelost, Doppel gespielt, gepunktet, notiert und am Ende stand der Sieger fest: Markus Grasi. Ja, ihr lest richtig, unser Betreuer hat gewonnen. „Man muss leider neidlos anerkennen, dass der Sieg von Markus verdient war“, musste dann auch Marcel Busch zerknirscht zugeben. Doch es gab auch durchaus auch Spieler, die beeindruckend schnippelten und schmetterten: Steffen Elseg zum Beispiel (gell, Marco), Steven Neupert, Seba Öztürk, Marcel Gerstle, Marcel Susser und natürlich auch Marcel Busch, der uns am Schläger erheblich mehr beeindruckte als noch letzten Sonntag an der Eisenhantel.

Nicht vergessen möchten wir natürlich, uns aufs Herzlichste bei unseren Vereinskollegen der Neckarsulmer Tischtennisabteilung zu bedanken, die uns das gesamte Equipment für unser „Fußballer-Tischtennisturnier“ zur Verfügung gestellt hat. „Vielen Dank hierfür an unsere Tischtennissparte“, so Marco Merz, der mit einem Schmunzeln nachschob: „Dies Trainingseinheit hat sportlich auch durchaus Sinn gemacht, denn wer wie unsere Tischtennis-Männer den FC Bayern München mit 6:0 bezwingt, der ist für uns ein Mega-Vorbild.“

So gingen die rund anderthalb Stunden mit dem ungewohnten Sport wie im Flug vorbei. Der Spaß sollte dabei im Vordergrund stehen – und dieses Ziel wurde auch absolut erreicht. Dieses Event war in der Tat die perfekte Einstimmung für eine knallharte Woche mit gleich drei Vorbereitungsspielen innerhalb von fünf Tagen. Und dort ist dann der Ball auch nicht mehr aus Zelluloid, sondern aus (Kunst-) Leder.

 
 
Bilder zum Event: (c) Alex Bertok (Dankeschön)