15.05.17 - So sah es der Gegner: NSU gegen Reutlingen 5:3
 
(c) Reutlinger Generalanzeiger vom 15.05.17
 

Couragierter Auftritt nicht belohnt

AUS NECKARSULM BERICHTETMANFRED KRETSCHMER

NECKARSULM. »Das waren zwei Mannschaften auf gleichem Niveau«, urteilte SSV-Trainer Jochen Class. In der Tat waren die Reutlinger Oberliga-Fußballer bei ihrem Gastspiel in Neckarsulm keinen Deut schlechter als der auf Platz drei rangierende Aufsteiger. Am Ende stand für den SSV allerdings eine 3:5 (1:1)-Niederlage zu Buche. Nach der vierten Niederlage in Folge rutschte der Kreuzeiche-Club, der im letzten Saisonspiel am Samstag (15.30 Uhr) den 1. CfR Pforzheim erwartet, auf den zehnten Platz ab. »In der ersten Halbzeit hatten wir alles im Griff und hätten klar führen müssen«, ärgerte sich Class. Spielleiter Martin Göggelmann sprach von einer »vernünftigen Leistung« und fand es »schade, dass wir keinen Punkt mit nach Hause nehmen«. Kapitän Andreas »Bobo« Mayer sagte: »Wir haben einen brutalen Aufwand betrieben, uns aber nicht belohnt.« Der SSV hatte im Pichterich-Stadion in Durchgang eins das Zepter in der Hand. Vor allem über die rechte Seite sorgten die Class-Schützlinge für viel Betrieb. Tom Schiffel, der normalerweise links hinten verteidigt, durfte auf der rechten Mittelfeldseite ran. Der umtriebige Schiffel war an zahlreichen guten Aktionen beteiligt. Für Class könnte das ein Fingerzeig für die nächste Runde sein. Der Reutlinger Coach könnte die Außenverteidiger-Posten anders als in den vergangenen Monaten besetzen und Schiffel offensiver agieren lassen. Dann würde er seine enormen Offensivqualitäten noch besser zur Geltung bringen, sind doch die Wege zum gegnerischen Gehäuse nicht mehr so lang. Schiffel musste in Neckarsulm angeschlagen in der Pause raus. Dadurch und weil später auch noch Innenverteidiger Rouven Wiesner, dem schwindelig war, ausgewechselt werden musste, verlor das SSV-Ensemble die Balance.Bei den beiden letzten Gegentoren stand auch Maximilian Rohr nicht mehr auf dem Platz, der in der ersten Halbzeit gemeinsam mit Eiberger und Schiffel ein bärenstarkes Mittelfeld-Gespann bildete. Die zentralen defensiven Mittelfeldakteure Rohr und Eiberger bilden seit vielen Wochen das Herzstück des SSV. Wenn dieses Duo gut drauf ist, dann läuft's. Auf der Torhüter-Position wurden die Reutlinger in den vergangenen Tagen vom Verletzungspech gebeutelt. Erst zog sich Özgür Ögüt eine Finger-, dann Stamm-Keeper Marcel Knauß eine Knieverletzung zu. Für beide ist die Saison gelaufen. Somit durfte in Neckarsulm Leon Beuter von den A-Junioren den Platz zwischen den Pfosten einnehmen. Der Youngster machte seine Sache ordentlich. Er war bei allen fünf Toren machtlos.

Drei Tore von Barini

Francis Ubabuike (22. Minute) brachte den SSV nach Vorarbeit von Daniel Schachtschneider in Führung. Zwei Mal Mayer und zwei Mal Schachtschneider hätten das Ergebnis in die Höhe schrauben können oder müssen. Schließlich gelang Quadie Barini (42.) der Ausgleich. Barini (50.) sorgte auch für das 2:1. Das 2:2 erzielte Mayer (52.) per Strafstoß, nachdem Schachtschneider von Sebastian Kappes zu Fall gebracht worden war. Danach vergaben Ubabuike und Timo Krauß sehr gute Möglichkeiten für den SSV. Henrik Hogen (65.) jagte den Ball in den Winkel, ehe erneut Mayer (69.) per Kopf nach einem Eiberger-Freistoß zum 3:3 ausglich. Schließlich brachten Marcel Gerstle (86.) und Barini (89.) mit seinem dritten Tor Reutlingen auf die Verliererstraße. »Die Gegentore fielen zu einfach«, ärgerte sich Eiberger. (GEA)
 
 
 
(c) Südwestpresse vom 15.05.17
 

Vierte Pleite in Folge für den SSV Reutlingen Fußball

Im zweitletzten Saisonspiel kassieren die Oberliga-Fußballer des SSV Reutlingen eine 3:5-Niederlage in Neckarsulm.

Der SSV Reutlingen Fußball betrieb in Neckarsulm beim Dritten einen großen Aufwand, hätte in der ersten Halbzeit den Sack zumachen können, ja müssen, denn mehr Chancen  kann man sich kaum erspielen.

Dann aber beging man Leichtsinnsfehler, verlor unglücklich, kann die bisherige Oberliga-Rekordmarke von 48 Punkten nicht mehr erreichen. Im Tor stand erstmals Leon Beuter. Der 19-Jährige konnte an allen fünf Toren nichts machen (Vertreter war  Armin Orman). Grund: Marcel Knauß zog sich im Training einen Innenbandriss oder noch mehr zu - heute wird er untersucht. Sein Vertreter Özgür Ögüt hat eine Fingerverletzung. Trainer Jochen Class hatte das Team auf fünf Positionen neu besetzt:  Beuter, Eiberger, Mayer, Ubabuike und Carlo Liotti - er spielte rechts in der Kette, Schiffel davor im Mittelfeld - kamen rein.

Der SSV begann stark, hatte mehr Ballbesitz und erspielte sich Chancen, die für zwei oder drei Spiele gereicht hätten. Zwei Mal kamen Maßflanken von Ubabuike und Lübke von Außen zu Schachtschneider, der aus drei Metern den Ball über das Tor zirkelte.Auch Andreas „Bobo“ Mayer kam zwei Mal frei im Strafraum zum Schuss, doch er zielte genau auf Torwart Wallmann. Die Sportunion kam nur zu zwei Chancen: Gerstle ans Außennetz und Schneckenberger drüber. Ansonsten dominierte der SSV.

Sportunion-Trainer Thorsten Damm war sauer, wurde laut. Es fehlte eben der letzte Einsatz beim Gastgeber. Dann das 1:0 für den SSv. Schachtschneider setzte Francis Ubabuike ein, der im Strafraum zwei Unterländer ausspielte und einlochte. Für den SSV gab es kaum Gefahr, das Team steigerte sich klar, zeigte eine Antwort auf die zuletzt mageren Darbietungen. Nur die Chancenverwertung war ganz schwach, kläglich. Der SSV hatte mehr Ballbesitz, gute Spielzügen und stand kompakt. Er kam über die Flügel, das war sehenswert,aber eben am Ende ergebnismäßig frustrierend.

In der  42. Minute gab es einen Freistoß zentral aus 20 Metern, den der überragende Quadie Barini über die Mauer genau ins Eck zirkelte - unhaltbar. Ein Tor wie aus heiterem Himmel, es stand 1:1 statt 0:3 - unglaublich.

Nach der Pause spielte die SSV-Abwehr auf Abseits, die Fahne blieb unten und Barini eilte auf Beuter zu, traf zum 2:1. Zwei Minuten später  wurde Schachtschneider von Kappes gefoult- Bobo Mayer verwandelte den Elfmeter eiskalt.

Ubabuike legte dann ein tollles Solo hin, passte zu Timo Krauß, der aus zwei Metern den Pfosten traf. Dann stand Ubabuike - neben Eiberger und Rohr ein Pluspunkt - einen Meter vor Wallmann, den er anschoss. Das sind  Chancen, die man machen muss.

Dann segelte ein 25-Meter-Sonntagsschuss von Henrik Hogen unhaltbar in den Winke: 3:2. Doch die Class-Schützlinge zeigten Moral, schlugen zurück, als Mayer eine Eiberger-Flanke einköpfte: 3:3 und noch 20 Minuten zu spielen. Ein Punkt schien sicher, aber in den letzten vier Minuten kamen Marcel Gerstle und Barini (drittes Tor) nach Doppelpässen frei vor Beuter zum Schuss, ließen die Chancen nicht liegen - das war der Unterschied: aus acht Chancen machten sie fünf Tore, der SSV aus zwölf drei - zu wenig. Der SSV muss sich an die eigene Nase fassen. „Bobo“ Mayer meinte: “Es ist Wahnsinn, ein Spiegelbild der ganzen Saison. Wir hielten beim Dritten gut mit, hatten Top-Chancen und bei einigen Spielern, die sich aufdrängten, war es eben zu wenig.”

Jochen Classs kommentierte: „Da muss man einfach klar führen, wir luden Neckarsulm ein, es war dann ein Sommerkick, aber wir haben ein anderes Gesicht als zuletzt gezeigt und ich sah  keinen Unterschied zwischen dem Dritten und uns. Wir haben uns gut verkauft, hätten 3:0 führen können. Beuter machte seine Sache gut.”

Am Samstag kommt Pforzheim ins Kreuzeichestadion und am Sonntag geht es nach Mallorca. Schiffel wurde verletzt und Wiesner hatte Schwindelanfälle.

So spielten sie

Neckarsulmer SU: Wallmann- Leonhardt (46. Hogen), Kappes (70. Marche), Retzbach (46. Öztürk), Romano (46. Müller) - Schneckenberger, Neupert  - Gotovac, Gressle - Barini, Busch

SSV Reutlingen: Beuter - Lübke, Hartmann, Wiesner (63. Bäuerle) - Liotti - Eiberger, Rohr (70. Kuengienda), Ubabuike (81.Golinski), Schiffel ( 46. Krauß) - Schachtschneider, Mayer

Zuschauer: 350

Schiedsrichter: Jakob Paßlick (Gengenbach)

Gelb: Öztürk, Gotovac - Mayer, Liotti

Tore: 0:1 Ubabuike (22.), 1:1 Barini ( 42.), 2:1 Barini (60.), 2:2 Mayer (52. mit Elfmeter), 3:2 Hogen (65.), 3:3 Mayer( 69.), 4:3 Gerstle (86.), 5:3 Barini ( 89.)