02.11.16 - Schwierige Mission im Reutlinger "Schmuckkästchen"
 

Seit rund vier Monaten sind wir inzwischen Bestandteil der Oberliga Baden Württemberg. Und auch wenn bereits 15 Spiele absolviert sind, vieles ist in Liga 5 nach wie vor neu und aufregend für uns. Keine Frage, noch immer ist unsere Freude, zum erlauchten Kreis der höchsten Fußball-Liga Baden Württembergs zu zählen unverändert hoch. Dennoch gibt es Spiele im Terminkalender, auf die man sich ganz besonders freut – unser Gastspiel am kommenden Samstag beim SSV Reutlingen zählt zweifellos dazu.

 
 

Es ist wieder ein ganz großer Name, mit dem wir uns messen dürfen; die Reutlinger sind zweifacher deutscher Amateurmeister, vierfacher WFV-Pokalsieger und haben 2003 noch in der 2. Fußball-Bundesliga gespielt. Wir reisen also zu einem absoluten Fußball-Schwergewicht unseres Bundeslandes, das noch dazu über eines der schönsten Oberliga-Arenen verfügt: Das legendäre Reutlinger „Kreuzeichestadion“. Mit einem Schnitt von 1048 Zuschauern ist der SSV dann auch erwartungsgemäß der einzige Club der Oberliga mit einem vierstelligen Besucherschnitt.

Selbst NSU-Coach Thorsten Damm, der wahrlich bereits viel im Fußball erlebt hat, kann sich von den zu erwartenden Rahmenbedingungen nicht ganz frei machen. „Wir haben schon in Offenburg erlebt, wie stimulierend es ist, in solch einer tollen Arena zu spielen. Das kann durchaus Einfluss auf die Begegnung haben“, so der Neckarsulmer Übungsleiter.

Und selbst wenn in Reutlingen der Glanz der glorreichen Zeiten ein wenig der neuen Realität in der Oberliga gewichen ist, eines sollte unser Team am Samstag tunlichst vermeiden: Die Gastgeber am aktuellen Tabellenplatz zu messen. Denn der SSV hat wahrlich mehr Potential, als es der aktuelle achte Tabellenplatz ausdrückt. Vor allem die Offensive gehört zum Besten, was die Liga zu bieten hat. Stoßstürmer Daniel Schachtschneider ist uns aus seiner Zeit beim VfL Nagold noch bestens bekannt, aktuell ist er mit sieben Treffern bester Reutlinger Schütze vor dem nicht minder brandgefährlichen Marc Golinski, der sechs Treffer auf dem Torekonto hat. Gemeinsam mit dem schnellen und wuchtigem Eric Yahkem, Kapitän und Ex-Profi Andreas Mayer sowie Daniel Seemann verfügt Reutlingen über ein gefährliches Offensiv-Quintett.

Zu was die Reutlingen in der Lage sind haben sie letzte Woche in Hollenbach eindrucksvoll bewiesen: Bis zur 81. Minute lag man dort mit 0:2 hinten – Endstand 3:2 für den SSV. „Im Prinzip repräsentiert diese Aufholjagd exakt das Reutlinger Spiel. Der SSV ist eine unangenehm zu spielende Mannschaft, die sehr aggressiv dagegenhält und unter Vollgas am besten funktioniert“, lobt auch Thorsten Damm unseren kommenden Gegner. Es wird also zweifellos einiges auf unsere Defensive, die zuletzt drei Begegnungen in Folge ohne Gegentor blieb, zukommen.

Doch es gibt durchaus auch Gründe, optimistisch nach Reutlingen zu fahren. Nach zuletzt sieben Spiele ohne Niederlage und insgesamt bereits 26 errungenen Punkte (Sportdirektor Marco Merz: „Eine nie von uns erträumte Ausbeute“) ist der Druck in Neckarsulm nicht mehr ganz so groß wie noch vor 4-5 Wochen: „Wenn man Druck als etwas Belastendes definiert, dann ist dieser aktuell tatsächlich etwas geringer, als beispielsweise vor dem Spiel in Oberachern. Dort wussten wir, wenn wir jetzt nicht langsam punkten, dann wird es eng. Ein positiver Druck, den wir uns selber machen ist hingegen unsere absolute Gier zu punkten, die wir momentan auf dem Platz zeigen. Jeder einzelne ist bereit für jeden einzelnen Zähler alles zu geben –das ist momentan unsere große Stärke“, so Thorsten Damm.

Nichtsdestotrotz steht unsere Sport-Union am kommenden Samstag vor einer überaus kniffligen Auswärtsaufgabe im Schmuckkästchen „Kreuzeichestadion“. Doch in den letzten Wochen zeigte sich die Pichterich-Elf gerade in solch schwierigen Spielen als extrem nervenstark. So besteht durchaus Hoffnung, dass sich der Vorsprung der Sport-Union vor den Reutlinger, der aktuell fünf Punkte beträgt, auch nach der Begegnung nicht verkleinern wird.