12.09.16 - So sah es der Gegner: Ravensburg vs. NSU 4:2
 
(c) Schwäbische Zeitung vom 12.09.16
 

Ravensburgs erfolgreicher Lauf hält an

Jokertore bescheren dem Fußball-Oberligisten den fünften Saisonsieg – 4:2-Erfolg zu Hause gegen Neckarsulm

Ravensburg tk Der FV Ravensburg hat am Samstagnachmittag in der Fußball-Oberliga viel Moral bewiesen. Zweimal führte der FV gegen die Neckarsulmer Sport-Union, zweimal glich die NSU aus. Doch Ravensburg hatte im Stadion im Wiesental immer die besseren Antworten und gewann mit 4:2.

Die Ravensburger sind damit auch nach sieben Spieltagen noch ungeschlagen. „Wir freuen uns über den guten Start und die 17 Punkte“, sagte Trainer Wolfram Eitel. „Aber wir müssen mit beiden Beinen am Boden bleiben, es werden auch Rückschläge kommen.“ Rückschläge hatte seine Mannschaft zwar auch gegen Neckarsulm zu verkraften, doch beeindrucken ließ sich der FV davon nicht.

Das Spiel begann mit einem guten Freistoß von Jascha Fiesel , den NSU-Torhüter Marcel Susser mit etwas Mühe zur Ecke klärte. Doch danach verflachte die Partie. Ravensburg spielte nach vorne etwas zu hektisch und leistete sich einige Fehlpässe. Wenn der FV den Ball hatte, spielten die Gäste mit einer Fünferkette.

Boneberger mit der Brust

Nach einer halben Stunde zwang Jona Boneberger den NSU-Torwart zur zweiten Parade, und nach dem folgenden Eckball lag der Ball im Neckarsulmer Tor. Fiesel brachte den Ball rein, Philipp Altmann verlängerte ihn Richtung langen Pfosten, dort traf Boneberger mit der Brust zum 1:0. In der 39. Minute hatte die NSU ihre beste Chance, nach Flanke von David Gotovac schoss Sebahattin Öztürk den Ball weit drüber.

Kurz vor der Pause hätte Ravensburg bei einem Konter nachlegen müssen. Felix Schäch schickte Boneberger, in der Mitte lief Harun Toprak mit. Bonebergers Flanke missriet jedoch völlig. Toprak blieb zur Pause in der Kabine, für ihn kam Rahman Soyudogru in die Partie.

Die NSU kam jetzt zu einigen Gelegenheiten, auch weil der FV zu nachlässig spielte. Ein leicht abgefälschter Freistoß von Sebastian Kappes flog knapp am Ravensburger Tor vorbei. Nach knapp einer Stunde musste Ravensburg den Ausgleich hinnehmen. Marcel Gerstle hatte in der Mitte zu viel Platz, auch Gotovac war am rechten Strafraumeck sehr frei. Gotovac ließ Fiesel ins Leere laufen und traf mit links zum 1:1. Das Tor hatte sich angedeutet.

Der FV schlug jedoch fünf Minuten später im Stile einer Spitzenmannschaft zurück. Eine Ecke wehrte Neckarsulm in die Mitte ab, aus 20 Metern zog Fiesel ab, sein Schuss landete leicht abgefälscht im NSU-Tor zum 2:1. Jetzt hatte Ravensburg das Spiel wieder viel besser unter Kontrolle. Der Schwung, mit dem die NSU aus der Kabine kam, war weg.

Der FV verpasste allerdings die Vorentscheidung. Gut 15 Minuten vor dem Ende spielte Jonas Wiest einen starken Diagonalpass zu Marcel Fetscher, der gegen Marius Klotz ein super Tackling zeigte. Der Ball kam in die Mitte zu Soyudogru, doch Torwart Susser wehrte ab. So kam die NSU ein zweites Mal zurück. Nach einem langen Freistoß köpfte der Sekunden vorher eingewechselte Steffen Elseg das 2:2 – die Abwehr des FV sah da nicht gut aus. „Mit dem Punkt wäre ich zufrieden gewesen“, meinte NSU-Trainer Thorsten Damm.

Wiest bereitet zweimal vor

Der FV war es jedoch nicht. Doppelpass Wiest und Soyudogru, Flanke von Wiest von der Grundlinie, in der Mitte steht Maschkour Gbadamassi frei und köpft das 3:2. „Das war ein katastrophales Verhalten auf unserer rechten Seite“, ärgerte sich Damm. „Nach einer ordentlichen Leistung standen wir uns selbst im Weg und sind selbst schuld an der Niederlage.“ In der Schlussminute fiel dann die endgültige Entscheidung. Wiest setzte sich an der Seitenlinie klasse gegen Gerstle durch, die flache Flanke versenkte Soyudogru zum 4:2 im Tor. „Das war eine fantastische Energieleistung“, lobte FV-Trainer Eitel. „Die Spieler von der Bank haben wichtige Impulse gebracht.“

FV Ravensburg – Neckarsulmer Sport-Union 4:2 (1:0) – Tore: 1:0 Boneberger (32.), 1:1 Gotovac (58.), 2:1 Fiesel (63.), 2:2 Elseg (82.), 3:2 Gbadamassi (85.), 4:2 Soyudogru (90.) – SR: Lämmle (Kernen) – Z: 500 – FV: Mesic – Zimmermann, Mähr, Altmann, Fiesel – Reiner, Jeggle (68. Wiest) – Toprak (46. Soyudogru), Boneberger (74. Fetscher) – Schäch (80. Gbadamassi), Hörtkorn.