21.11.16 - So sieht es der Gegner: 1. CfR Pforzheim - NSU 2:1
 
(c) Pforzheimer Zeitung vom 21.11.16
 
Schöne Schlammschlacht: 1. CfR Pforzheim schlägt Neckarsulmer SU

Der erste Rückrundenspieltag der Fußball-Oberliga war ganz nach dem Geschmack des 1. CfR Pforzheim: Als einziges von den fünf oberen Teams holte die Goldstadt-Kicker am Samstag drei Punkte: In einer – so CfR-Trainer Teo Rus – „Schlammschlacht auf unserem Platz“ gewannen sie 2:1 (0:0) gegen die Neckarsulmer Sportunion.

Minute 9: CfR-Schlussmann Manuel Salz klopft sich am Pfosten intensiv den Matsch von der Sohle – und rutscht beim folgenden Abstoß dennoch aus.

Minute 37: Ernesto de Santis will den Ball auf Pforzheims rechter Abwehrseite nach hinten prallen lassen – bleibt aber in einem losen Rasenfetzen hängen.

Minute 42: Janick Schramm hebt den Fuß, um einen langen Ball der NSU zu stoppen – aber anders als gewohnt, springt dieser kaum und rutscht Schramm daher unter dem Schlappen durch.

Diese Schlaglichter zeigen, dass die Gastgeber so ihre Probleme mit dem tiefen, schon nach wenigen Minuten matschigem Geläuf hatten. Dass sie in den ersten 60 Minuten dennoch deutlich aktiver und besser als die Gäste waren, zeigt, dass die Führung in der 59. Minute völlig in Ordnung ging: Dominik Salz blockte da vor dem eigenen Sechzehner einen Schuss ab und leitete sogleich den Konter ein. Auf rechts schnappte sich Schramm den Ball, flankte ihn ins Zentrum. Dort war ein Mann mitgelaufen, der erst drei Minuten zuvor eingewechselt worden war: Cemal Durmus. „Ich habe ihn dann direkt genommen und etwas Glück gehabt“, räumte der 20-Jährige ein: „Der Schuss ging durch die Beine des Torwarts.“ Wunderbar habe er dies hinbekommen, lobte ihn nach Schlusspfiff Trainer Rus.

Bis dahin hatten die 190 Zuschauer auf dem Holzhof vergebens auf Großchancen gewartet: Zwar hatte Dirk Prediger schon nach 21 Sekunden mit einem Schüsschen Unsicherheiten beim Gästekeeper Marcel Susser offenbart, der den Ball nur abklatschen ließ. Und auch Salz (11. und 35 Minute, jeweils gehalten) und Tim Schwaiger (31., gehalten) auf Pforzheimer sowie Henrik Hogen (5., über das Tor und 52., abgewehrt) auf Neckarsulmer Seite kamen in Tornähe. Doch wirklich brenzlig wurde es nie.

Dribblings bereiten Probleme

Das änderte sich mit dem 1:0. Denn plötzlich merkten die Gäste, die vier der vergangenen fünf Spiele ohne Gegentor gewonnen hatten, dass sie dem CfR mit Dribblings gefährlich werden können. So musste in der 64. Minute Ruben Reisig Schlimmeres verhindern, nachdem Philipp Seybold auf links drei Mann ausgetanzt hatte. Ganz ähnlich machte dies 60 Sekunden später dessen Teamkollege Hogen auf rechts – mit dem Unterschied, dass das Spielgerät jetzt am Außennetz landete. Und weitere drei Minuten später kläre Manuel Salz glänzend gegen Sebahattin Öztürk.

Erst nach diesen drei Hochkarätern schaffte es der CfR, wieder mehr Ruhe ins Spiel zu bringen. So dauerte es bis zur 83. Minute bis zur nächsten Gelegenheit, die aber sogleich zum 2:0 führte. Ecke Durmus, Verlängerung Salz, Klärungsversuch NSU. Dieser landete direkt vor Sebastian Rutz' Füßen. Ein Schuss, ein Strich ins rechte Eck: 2:0.

Der Schlusspunkt? Weit gefehlt. Weil der eingewechselte Ouadie Barini eine Minute später einen Kopfball in hohem Bogen über Salz ins Netz bugsierte, musste der CfR noch zittern. Die Kopfball-Möglichkeit zum Ausgleich setzte dann aber Steven Neupert neben das Tor (86.), ehe Durmus die letzte Chance des Tages vergab: Erst luchste er Marius Klotz den Ball ab, dann rutschte er aus. Das war er dann aber: der für eine Schlammschlacht angemessene Schlusspunkt.

Autor: Simon Walter