16.11.16 - Vor dem Spiel in Pforzheim: Marcel Busch im Interview
 

Am kommenden Samstag steht bereits der erste Rückrundenspieltag der Oberliga auf dem Programm. Unsere Neckarsulmer Sport-Union steht dabei vor einer ambitionierten Aufgabe und tritt beim aktuellen Tabellenfünften 1. CfR Pforzheim an, dem vor der Saison durchaus Chancen auf die Meisterschaft eingeräumt wurden. Ob es für den CfR nach ganz vorne reichen wird ist noch nicht absehbar, doch zweifellos spielen die Pforzheimer eine starke Saison und bestätigten damit insgesamt den Anspruch eines Spitzenteams. Aktuell stehen die Gastgeber auf dem fünften Rang, weisen zwei Punkte und ein Spiel weniger als unser Team auf, das mit 29 Punkte einen Rang besser platziert ist. Vor diesem interessanten Kräftemessen am kommenden Samstag haben wir uns mit NSU-Defensivrecke Marcel Busch unterhalten.

 
 

Marcel, wie wichtig war das 2:0 gegen Hollenbach letzten Samstag, gerade nach der verdienten Niederlage in Reutlingen eine Woche zuvor?

M . B.: Es war primär insofern wichtig, dass wir unserem Ziel Klassenerhalt weitere drei Punkte näher gekommen sind. Das ist für mich persönlich das Wichtigste. Wir hatten vor dem Reutlingen-Spiel eine Superphase, dann haben wir dort alles andere als gut ausgesehen. Daher freue ich mich, dass wir gegen eine sehr strukturiert und kompakt auftretende Mannschaft wie Hollenbach den Hebel wieder umlegen konnten, auch im Hinblick auf die schweren Spiele, die für uns bis zur Winterpause noch anstehen.

 

Im Gegensatz zur Vorwoche in Reutlingen hat Thorsten Damm einige Umstellungen personeller aber auch taktischer Natur vorgenommen. Waren diese neuen Impulse auch ein Schlüssel für den Sieg gegen Hollenbach?

M. B.: Ich glaube das Reutlingen-Spiel hat einfach gelehrt, dass wir unser Spiel nach Martins Verletzung ein stückweit umstellen mussten. Er hat uns als Zielspieler sehr gefehlt. Daher hat es einfach super gepasst, dass Bogdan Müller wieder fit wurde, denn man hat gegen Hollenbach gesehen, wie wichtig ein gelernter Stürmer sein kann. Wie „Bogi“ die Bälle behauptet, weitergeleitet und Wege in die Tiefe gegangen ist, das hat uns einfach sehr geholfen.

 

Du selbst bist von der „8“ in die Innenverteidigung zurück.

M. B.: Das ist für mich nicht von großer Relevanz, ich spiele gerne Innenverteidiger. Gut, wenn ich es mir aussuchen könnte würde ich mich selbst wohl auf der „6er-Position“ aufstellen, aber da „Kappo“ sich weiterhin mit dieser schmerzhaften Verletzung herumplagt, und er geschont werden sollte, war es wohl folgerichtig, dass ich nach hinten rücke. Ich spiele da, wo der Trainer mich aufstellt, das sehe ich komplett unaufgeregt.

 

War es am Samstag denn auch wichtig ein Signal an die Konkurrenz zu senden: Seht her, es geht auch ohne unseren Martin Hess?

M. B.: Ich glaube primär war es für unsere eigene Psyche wichtig, gerade nach dem Reutlingen-Spiel. Martin fehlt uns, das ist ein wichtiger Fakt, der es uns erschwert, ein Spiel zu gewinnen. Dass es gegen Hollenbach dennoch geklappt hat, zeigt, wie sehr es im Team derzeit stimmt. Trotzdem fehlt uns Martin immens, umso wichtiger ist es für uns, weiterhin so stabil zu stehen wie gegen Hollenbach.

 

Wenn man Martin am Samstag beobachtet hat, konnte man ihm anmerken, wie gerne er gespielt hätte… muss in einer solchen Situation auch der eigene Kapitän einmal mental aufgebaut werden?

M. B.: Ich weiß wie Martin tickt, aufbauen braucht man ihn nicht. Er ist komplett emotional dabei, freut sich genauso über einen Sieg, als wenn er selbst auf dem Platz gestanden und den Siegtreffer erzielt hätte. Martin weiß, wie wichtig er auch außerhalb des Spielfeldes für die Mannschaft ist. Gestern war er beispielsweise im Training und hat den Jungs Beistand geleistet. Diese Präsenz tut uns absolut gut.

 

Es hat eine Weile gedauert, bis wir gegen Hollenbach das Spiel auf dem schwierigen Boden angenommen hat. In Pforzheim erwartet uns nun ein ähnlicher Untergrund.

M. B.: Ich empfand es eigentlich als gar nicht also so massiv, wie wir unser Spiel umgestellt haben. Natürlich haben wir mehr mit langen Bällen operiert, aber es waren dennoch auch weiterhin spielerische Elemente vorhanden. Wichtig ist, dass wir die richtige Mischung finden. Wobei ich mir gar nicht sicher bin, ob der Untergrund am Samstag so ausschlaggebend sein wird. Die Pforzheimer sind ja auch eine Mannschaft die über das Spielerische kommt, und die selbst nach der richtigen Balance auf dem tiefen Boden suchen wird. Klar ist aber auch, mit „Tikki-Takka“ kommst Du während der aktuellen Jahreszeit nicht weiter. Letztendlich hoffe ich, dass wir den richtigen Schlüssel zum Spiel finden und zumindest mit einem Punkt im Gepäck die Rückreise antreten werden.