19.08.16 - NSU in Oberachern: Lust auf Punkte - nicht auf Komplimente
 

Derzeit gibt es für unser Oberliga-Team wenig Zeit sich auszuruhen, eine englische Woche reiht sich an die nächste. So bietet sich der Pichterich-Elf am morgigen Samstag, bereits drei Tage nach der2:3-Heimniederlage gegen Spielberg, die Möglichkeit zur Wiedergutmachung, wenn man beim starken SV Oberachern antritt.

Wieder eine Premiere. Wieder ein Gegner, gegen den man noch nie in der Vereinsgeschichte gespielt at. Aber auch wieder ein Gegner, dem Ambitionen auf einen Platz in den Top 5 der Oberliga eingeräumt werden. Das Auftaktprogramm der Sport-Union hat es wahrlich in sich.

 

 

Der SV Oberachern erreichte in der vergangenen Saison als Aufsteiger einen hervorragenden 7. Tabellenplatz und verfügte mit 67 erzielten Treffer über die drittbeste Offensive. Nahezu die komplette Mannschaft konnte in Oberachern gehalten werden, zudem konnten die Verantwortlichen den Kader hochkarätig ergänzen: Mit dem Kehler Torjäger Fabian Hermann kam noch ein Stoßstürmer dazu, der laut SVO-Coach Thomas Leberer ein Riesenpotential besitzt. Ebenfalls vom Oberliga-Absteiger aus Kehl wechselte mit Felix Armbruster ein klassicher Sechser nach Oberachern sowie mit Ricardo die Piazza ein technisch beschlagener klassischer Regisseur. Alle drei wurden auf Anhieb zu Stammspielern beim SVO.

Hinzu kommen Akteure, die schon in der vergangenen Saison das Spiel der Gastgeber geprägt haben wie die Abwehrrecken Simon Köpf und Timo Schwenk sowie die torgefährlichen Mittelfeldakteure Gabriel Gallus und Domagoj Petric.

Oberachern immerhin Dritter der letztjährigen Oberliga-Rückrundentabelle, hat erheblich mehr Potential als der aktuelle 14. Tabellenplatz. Das Team aus der Nähe Offenburgs hat wie die Sport-Union ebenfalls drei Punkte auf dem Konto, hatte aber ebenfalls ein sehr ambitioniertes Auftaktprogramm. NSU-Coach Thorsten Damm weiß daher: „ "Oberachern ist eine Mannschaft, die generell hoch gehandelt wird. Nach drei Spielen besitzt die Tabelle wenig Aussagekraft, vor allem was den SV Oberachern betrifft."

Gegen diesen offensivstarken Gegner wird das erste Ziel sein, kompakt zu stehen. Sieben Gegentore in den ersten drei Oberliga-Partien sind nicht nur definitiv zu viel, sondern stehen auch im krassen Gegensatz zur Neckarsulmer Defensivstärke der vergangenen Verbandsliga-Saison. Thorsten Damm fordert hierfür auch ein Umdenken seines Teams: „D ie Gegner können gegen uns relativ leicht Tore erzielen. Wir dürfen nicht versuchen mitzuhalten. Schönspielerei und ein Feuerwerk zu veranstalten ist der falsche Weg." Die zweite Halbzeit gegen Spielberg könnte ein hoffnungsvoller Ansatz auf dem Weg dorthin sein. Die erste allerdings war definitiv nicht Oberliga-reif.

Gegnerische Komplimente soll es also in Zukunft weniger geben, dafür aber mehr eigene Punkte. Auch die Floskel „Lehrgeld bezahlt“ würde man auf dem Pichterich nur allzu gerne aus dem Vokabular streichen.

Doch die Aufgabe im Oberacherner Waldseestadion ist anspruchsvoll. Sehr anspruchsvoll. Denn in Oberachern möchte man möglichst schnell den Hebel umlegen und den Anschluss ans vordere Tabellendrittel herstellen. Doch in Balingen hat die Sport-Union bereits demonstriert, dass sie auswärts in der Lage ist zu punkten. Und es wäre schon famos, wenn wir die Heimreise am Samstagabend mit etwas Zählbarem im Gepäck antreten könnten.