01.07.16 - Trainingsauftakt bei der NSU erfolgt: Ein Hauch von Baden
 

Der gestrige Trainingsauftakt unseres Oberliga-Teams mutierte zunächst zur Geografie-Stunde: Die Stadt Neckarsulm gehört zum Regierungsbezirk Stuttgart und zählt somit –keine Frage- zum schwäbischen Teil Baden Württembergs. Doch im Rahmen des gestrigen Trainingsauftaktes stellte nicht nur Sportdirektor Marco Merz schmunzelnd fest, dass unser Oberliga-Team durchaus vom badischen Bereich unseres Bundeslandes geprägt wird. „Badenia“ Neckarsulm? „In der Tat haben wir zahlreiche Spieler, die entweder bereits im Badischen Fußball gespielt haben, oder gar dort wohnen“, stellt Marco Merz fest. Dazu passt auch der „Spruch des Tages“ vom überaus sympathischen (badischen) Neuzugang Marc Schneckenberger: „Ich kann inzwischen den schwäbischen Dialekt zumindest verstehen - sprechen aber noch nicht.“ Naja, immerhin, Marc.

 
Aber Spaß beiseite. Natürlich hat sich an der seit Jahren bewährten Strategie, in der Hauptsache Spieler aus der Region zu verpflichten in Neckarsulm nichts geändert: "In unserer geographischen Sphäre, quasi im Grenzgebiet von Baden und Württember,g ist es üblich, dass Spieler von hier in den badischen Bereich wechseln und umgekehrt", so Marco Merz, der mit einem Schmunzeln anfügt. "Vor ein paar Jahre war es in Hoffenheim einmal Usus, viele Schwaben zu verpflichten, bei uns ist es momentan ein wenig andersum. Ort wie beispielsweise Bad Rappenau oder Eppingen sind uns geografisch gesehen eben näher bei uns als Stuttgart.
Der Neckarsulmer Sportdirektor untermauert die regionale Nähe unserer Akteure mit folgendem Beispiel: "Unser Spieler mit dem weitesten Anreiseweg kommt aus Sinsheim - welcher andere Oberligist kann schon von sich behaupten, dass der am weitesten entfern wohnende Akteur lediglich 35 Kilometer zum Training fahren muss?"
 
 

Doch egal ob schwäbisch oder badisch - Trainer Thorsten Damm wird unsere Truppe in den kommenden fünf Wochen taktisch und konditionell fit für die neue Saison und die neue Liga machen. „Es ist der Klassiker, wie in jeder Vorbereitung. Natürlich versuchen wir, eine gewisse Abwechslung in den Trainingsbetrieb einzubringen, aber ohne Zweifel ist die konditionelle Komponente ein wichtiger Bestandteil.“ Der Neckarsulmer Trainer überlegt kurz und legt dann schmunzelnd nach: „Das erwarten die Jungs auch, und sonst würde ihnen sicher etwas fehlen.“

Am gestrigen Donnerstag jedoch ließ Thorsten Damm die Medizinbälle noch im Schrank. „Wir wollen die heutige erste Trainingseinheit dazu nutzen, um wieder in den Trainingsbetrieb reinzukommen“, sagte er bei der Begrüßung. Doch schon bei der nächsten Einheit am morgigen Samstag wird sich dies sicher ändern.

Insgesamt war viel Vorfreude beim gestrigen Trainingsauftakt zu spüren. Die Sport-Union geht ihre Oberliga-Debüt-Saison mit einem Kader von 22 Spielern an. Vielleicht sogar mit 23. „Wir sind mit einem weiteren potentiellen Neuzugang in abschließenden Gesprächen und sind bemüht den Transfer zeitnah zu realisieren“, so Marco Merz. Es handelt sich dabei um einen Innenverteidiger.„Wir brauchen einen Boateng-Ersatz, denn Christian Schaaf war unser Boateng“, wertschätzt der Neckarsulmer Sport-Union nochmals unseren letztjährigen Abwehrchef, der bekanntlich seine Kickschuhe beruflich bedingt an den Nagel gehängt hat.

Mit den bereits fixen Verpflichtungen von Henrik Hogen, Marc Schneckenberger, Marius Klotz und Julian Retzbach ist Merz hochzufrieden: „Das sind alles Super-Jungs, ohne Allüren und komplett Ego-frei. Sie kommen in eine ohnehin schon tolle Truppe“, analysiert der Neckarsulmer Macher und konstantiert: „Ich freue mich riesig auf die neue Saison“.

Wobei wir auch schon beim Ziel der Sport-Union für die erste Oberliga-Spielzeit in der Vereinsgeschichte wären. Hier sind sich Marco Merz und Trainer Thorsten Damm einig und bringen es unmissverständlich auf den Punkt: „Es gibt kein anderes Ziel, als den ersten Nichtabstiegsplatz zu belegen.“ Der Neckarsulmer Sportdirektor schiebt die Begründung gleich nach: „In der vergangenen Saison sind Teams mit 42 Punkten abgestiegen, das heißt, Du musst eigentlich 50 Punkte holen, um eine sorglose Runde zu spielen. Das ist für einen Aufsteiger schon ein Riesenbrett.“

Vorfreude ja – aber es ist in Neckarsulm auch eine gewisse Demut vor dem baden-württembergischen Fußball-Oberhaus zu spüren. „Uns ist bewusst, dass in den letzten Jahren viele Erstaufsteiger sofort wieder aus der Oberliga abgestiegen sind. Uns ist aber ebenso bewusst, dass wir ein Team mit sehr guter Qualität und gewachsener Teamstruktur haben.“ Dies ist für den Neckarsulmer Sport-Union das größte Pfand, um sich in der Oberliga zu etablieren. „Wir hatten in den letzten Jahren kaum personelle Fluktuation, wo gibt es das sonst? Ich bin mir sicher, dass wir mit einer eingespielten und homogenen Mannschaft eine gute Runde spielen werden.“