13.10.16 - NSU-Sportdirektor Marco Merz: "Göppingen ist das Mega-Vorbild"
 

Vor dem anstehenden Oberliga-Spiel am Samstag gegen den 1. Göppinger SV konnten wir uns mit Sport-UnionNSU-Sportdirektor Marco Merz unterhalten.

 
 

Marco, am Samstag kommt ein guter, alter Bekannter ins Pichterichstadion, der 1. Göppinger SV, der bekanntlich mit uns zusammen in der letzten Saison aus der Verbandsliga in die Oberliga aufgestiegen ist. Wie bewertest Du den bisherigen sportlichen Weg der beiden Teams.

M. M.: Ich denke man kann zweifellos behaupten, dass beide Mannschaften voll in der Oberliga angekommen sind. Aus Neckarsulmer Sicht können wir mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden sein, der Punktestand von 17 ist absolut akzeptabel. Wir können sicher nicht von einer Super-Saison sprechen, aber auch nicht von einer schlechten. Für unsere Gäste aus Göppingen ist die Spielzeit bislang sicher sehr gut gelaufen.

 

Kannst Du das präzisieren?

M. M.: In den letzten Jahren waren wir, was das Torverhältnis betrifft, meist auf Augenhöhe mit den Göppingern. Doch dies hat sich in dieser Saison geändert. Die aktuelle unglaublich geringe Gegentor-Quote des GSV ist wirklich eine Mega-Leistung und ich sehe dies als vorbildhaft für uns an. Ich sage daher komplett neidfrei und voller Respekt: Besser als Göppingen kann man in der Defensive kaum stehen, darauf ist man beim 1. GSV auch zurecht stolz.

 

Wie beurteilst Du unser Team in diesem Zusammenhang?

M. M.: Unser Torverhältnis von 23:20 sehe ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Nimmt man den Tabellenletzten Neckarelz einmal aus, dann fallen in unseren Spielen statistisch gesehen die meisten Tore. Für die Zuschauer ist das sicher spektakulär und höchst attraktiv, doch wir selbst haben die hohe Anzahl an Gegentoren so sicher nicht erwartet. Hätte man mich vor der Saison nach unserem Torverhältnis zum jetzigen Zeitpunkt befragt, ich hätte nicht auf ein 23:20 getippt, sondern eher auf ein 13:11. Das ist jetzt zwar kein Drama, aber wenn ich dbzgl. nach Göppingen blicke, dann sind sie uns in diesem Punkt voraus.

 

Heißt das im Umkehrschluss, wir haben ein generelles Defensivproblem? Ist die Lücke die Christian Schaaf mit seinem Karriereende gerissen hat doch zu groß?

M. M.: Zunächst ist es sicher eine Herkules-Aufgabe, einen Spieler wie Christian Schaaf mit diesen Qualitäten zu ersetzen. Christian hat über die Jahre stets ausgezeichnet, dass er immer genau da zur Stelle war, wo Gefahr herrschte. Er hat quasi perfekt antizipiert wo der nächste Brandherd entsteht und hat ihn dann kompromisslos gelöscht. Wir wussten daher, dass wir Schaafi nicht 1:1 ersetzen können.

Es sei aber in diesem Zusammenhang auch die Gegenfrage gestattet: Kann ein Innenverteidiger-Duo sicherer auftreten als das Duo Kappes Klotz zuletzt? Das war sehr konsequent und quasi fehlerlos, also sehe ich bei uns aktuell kein Innenverteidiger-Problem.

 

Wir beurteilst Du ansonsten die bisherige Saison?

M. M.: Die bisherige Erkenntnis ist, dass zumindest eine Handvoll unserer Spieler permanent herausragende bis gute Leistungen abrufen. Es gibt aber auch Spieler, die bisher noch nicht ihr volles Leistungsvermögen einbringen konnten. Bei optimalem Saisonverlauf hätten wir die 20-Punkte-Marke bereits knacken können, diese Marke ist jetzt unser nächstes kurzfristiges sportliches Ziel.

Insgesamt haben wir dennoch sicher keinen Grund zu hadern, befinden uns auf einem guten Weg. Da es aber seit Jahren Teil unserer Erfolgs-DNA ist, immer nach dem Maximum zu streben, gibt es für uns aber auch keinerlei Grund eine gedankliche Lockerheit an den Tag zu legen. So lange der Abstand zu den potentiellen Abstiegsplätzen derart knapp ist, haben wir keinen Anlass zur dauerhaften Ausschüttung von Glückshormonen. So wie die Mannschaft derzeit auftritt, können wir optimistisch sein, dass wir unser Ziel, den Klassenerhalt erreichen werden.


Danke Marco, für dieses Interview.