22.05.17 - So sah es der Gegner: Hollenbach vs. NSU 2:1
 
(c) Hohenloher Zeitung / von Marc Schmerbeck
 

Punkte, Party und eine Prise Ernüchterung

Hollenbach schlägt Neckarsulm beim Oberliga-Abschluss mit 2:1, muss für den Klassenerhalt aber auf Bissingen hoffen

Kurze Zeit herrschte Ratlosigkeit. So richtig freuen wollte sich in der Hollenbacher Jako Arena am Samstag keiner. Der Oberligist gewann zwar sein letztes Saisonspiel gegen die Neckarsulmer Sport-Union mit 2:1, zum direkten Klassenerhalt reichte es aber doch nicht. Denn der FC Astoria Walldorf II verteidigte Rang 14 durch einen 1:0-Sieg gegen den Bahlinger SC.

Lange standen die Spieler noch auf dem Platz, wussten nicht so recht, was sie tun sollten. Später wurde es dann doch noch zu einem ausgelassenen Abschlussfest. "Wir feiern jetzt den heutigen Tag", sagte Trainer Marcus Wenninger. "Mehr können wir nicht machen." Ein Tablett nach dem anderen wurde mit alkoholischen Getränken in die Kabine geliefert. Dort hatten sich auch noch ein paar wenige Neckarsulmer unter die Hollenbacher gemischt. Später ging es im Sportheim weiter, bevor ein Großteil der Mannschaft gestern zu einem Kurzausflug nach Mallorca aufbrach.

Nach dem vierten Sieg in Folge besteht für Hollenbach zumindest noch die Möglichkeit auf den Oberliga-Verbleib. Aber nur dann, wenn sich der Zweite FSV Bissingen in der Relegation zur Regionalliga durchsetzt. "Wir waren ja eigentlich schon abgestiegen", sagte Manager Karl-Heinz Sprügel: "Jetzt haben wir noch die Mini-Chance." Der FSV Bissingen wird nun eine große Hohenloher Fangemeinde haben, die ihm in der Relegation die Daumen drückt. "Jeder hofft, dass sich Bissingen in der Relegation durchsetzt. Aber die Welt wird nicht untergehen, wenn nicht. Ich bin überzeigt davon, dass wir nächste Saison eine gute Runde spielen. Egal ob in der Verbands- oder Oberliga", meinte Abteilungsleiter Kurt Sprügel.

Konkurrenzfähig Erst im Saisonendspurt hatten die Hollenbacher das komplette Personal an Bord. Dass das Team dann konkurrenzfähig ist, zeigte sich auch gegen Neckarsulm. Allerdings ging es für den Aufsteiger, der die Saison als Tabellendritter abschließt, auch nicht mehr um viel. Auch das war phasenweise zu sehen. "Der Hollenbacher Sieg war verdient", sagte NSU-Sportdirektor Marco Merz. Die Gäste waren durch einige Ausfälle geschwächt.

Der FSV spielte von Beginn an mit Tempo und kam auch schnell zu hochkarätigen Chancen. Doch Manuel Hofmann (7.) per Kopf, Martin Kleinschrodt (16.) mit einem Seitfallzieher oder Fabian Czaker (23.), der den Ball gegen die Unterkante der Latte knallte, ließen die Möglichkeiten aus. In der 24. Minute traf Czaker dann zum 1:0. Zu diesem Zeitpunkt ganz wichtig, da Offenburg gegen Bissingen führte. Neckarsulm wurde dann etwas besser und Steven Neupert glich in der 32. Minute bei der ersten gelungenen Offensivaktion aus. "Ich bin froh, dass wir nach der Anfangslethargie überhaupt am Spiel teilgenommen haben", sagte Trainer Thorsten Damm. Hollenbach war jetzt wieder unter Zugzwang. In der zweiten Halbzeit drückte der FSV dann auch auf die Führung. Doch zunächst ohne Abschlussglück. Schiffmann vergab drei Möglichkeiten, Hofmann traf nicht, Serkan Uygun ebenso wenig. "Eine Viertelstunde vor Schluss waren wir eigentlich abgestiegen", meinte Wenninger. Da stand es noch 1:0 für Offenburg - zumindest im Liveticker. "Wir haben trotzdem ruhig weitergespielt."

In der 80. Minute war es dann Martin Kleinschrodt, der nach einem Freistoß per Kopf das 2:1 erzielte. Da Walldorf II aber eben gegen den Bahlinger SC gewann, reicht dies nur für den Hoffnungsplatz. Dass Marian Asch (70.) sowie Marius Kunde und Alexander Götz in der Nachspielzeit noch für den Bissinger Sieg sorgten war da nur eine Randnotiz.

Entspannt Aufsteiger Neckarsulm kann ganz entspannt in die Sommerpause. "Es ist eine super Entwicklung, die die Mannschaft durchgemacht hat. Man muss auf jeden Einzelnen stolz sein. Wir sind megazufrieden und sind mit Meister SC Freiburg II wohl der zufriedenste Oberligist in diesem Jahr", sagte Merz. Der FSV kann jetzt nur abwarten und die Daumen drücken: "Schade, dass es nicht direkt gereicht hat", meinte Wenninger. "Am 31. Mai wissen wir Bescheid.

Es werden spannende eineinhalb Wochen.

Hollenbach: Hörner, Volk, Zeller, Martin Kleinschrodt, Michael Kleinschrodt, Nzuzi (86. Hutter), Schiffmann (90. Schreiber), Hofmann, Walz, Czaker (85. Albert), Uygun (89. Röckert).

Neckarsulmer SU: Susser, Leonhardt (30. Marche), Müller, Robin Neupert, Gerstle, Barini, Romano (85. Hierl), Öztürk, Gotovac, Steven Neupert, Schneckenberger (85. Elseg).

Tore: 0:1 (23.) Czaker, 1:1 (32.) Schneckenberger, 2:1 (80.) Kleinschrodt; Schiedsrichter: Simon Karcher (Karlsruhe); Zuschauer: 710.