19.05.17 - Am Samstag geht's zum Saisonabschluss nach Hollenbach
 

34. Spieltag. Noch 90 Minuten, dann endet für die Sport-Union eine fantastische Oberliga-Debüt-Saison. Man kann die Leistung unserer Mannschaft über nun 33 Spiele kaum hoch genug würdigen. Ein Blick auf die namhaften Teams, die hinter uns in der Tabelle platziert sind, ist auch der statistische Beleg dafür, welch grandiose Leistung unsere Jungs in ihrer ersten Saison im baden-württembergischen Fußball-Oberhaus erbracht hat. Egal ob nun am Ende tatsächlich der dritte, oder im schlimmsten Fall der vierte Platz steht, man kann eigentlich nur staunend auf die Tabelle blicken und sagen: Wahnsinn!“

 
 

Zum Abschluss dieser unvergesslichen Saison reisen wir also am kommenden Samstag zum FSV Hollenbach. Für Gesprächsstoff sorgte bereits im Vorfeld dieser Begegnung das Interview von Marco Merz. Unser Sportdirektor prangert dort Aussagen der Hollenbacher Verantwortlichen im Zusammenhang mit dem Wechsel von FSV-Spieler Alex Albert nach Neckarsulm an. Vor allem der Satz "Er hat dort ein so gutes Angebot bekommen, dass ich nicht mitgehen wollte“, sorgte rund um den Pichterich für Verstimmung, da ihm jegliche inhaltliche Substanz fehlt. Denn genauso wie bei Volkan Demir, der vor drei Jahren von Neckarsulm nach Hollenbach transferierte, basiert die Wechselentscheidung des Spielers allein auf sportlichen Hintergründen, und keineswegs, wie die Hollenbacher Aussage glauben machen möchte, auf rein finanziellen Aspekten. Damit wurde zudem seitens der FSV-Verantwortlichen ein ungeschriebenes Gesetz unter Vereinen gebrochen, was in keinster Weise dem Fairplay-Kodex im Umgang der Vereine untereinander entspricht.

Kommen wir zum sportlichen. Mit dem FSV Hollenbach stellt sich uns zum Saisonende eine Aufgabe, wie sie diffiziler kaum sein könnte. Doch warum eigentlich, könnte man sich als Statistik-affiner Fußballfan fragen - immerhin trennen uns von den Hollenbachern 13 Tabellenplätze und 29 errungene Punkte. Vergessen Sie es! Für den FSV steht nichts Geringeres als die Frage „Abstieg oder Klassenerhalt“ auf dem Spiel, die Begegnung am Samstag besitzt absoluten Finalcharakter für die Hohenloher. Und in solchen Spielen ist die Tabellenkonstellation sowas von „wurst“, es geht rein um die Mentalität, den Siegeswillen und die Griffigkeit im Spiel.

Daher schmerzt es uns sehr, dass wir am Samstag in Hollenbach mit zahlreichen personellen Ausfällen zu kämpfen haben. Ohne „sieben“ muss Sport-Union-Coach Thorsten Damm das Kunststück schaffen, eine schlagkräftige Truppe aufzubieten.

Ein weiteres Problem: Die Hollenbacher haben gerade einen tollen Lauf, konnten ihre letzten drei Spiele allesamt gewinnen, unter anderem bei den ambitionierten Teams des SSV Reutlingen und des FV Ravensburg. Die aktuelle starke Form der Gastgeber ist für Thorsten Damm allerdings keine Überraschung. „Wenn man den Zeitungsberichten glauben darf, lagen die Hollenbacher Hauptprobleme in den vielen Verletzungen sowie der fehlenden Effektivität beim Torabschluss. Diese beiden Probleme scheinen nun behoben, so dass wir auf eine personell gestandene Oberliga-Truppe mit dem Gesicht der letzten Saison -minus Luca Pfeiffer- treffen werden.“ Und da belegte der FSV bekanntlich den 6. Tabellenplatz.

Es wird also ein dickes Brett, das die Sport-Union am Samstag in der JAKO-Arena bohren muss. Eines stellt Thorsten Damm dennoch klar: „Natürlich sind wir trotz unserer Probleme bestrebt, alles sportlich fair ablaufen zu lassen.“ Abschenken möchte die Sport-Union im Sinne des Fairplay-Gedanken also nichts. Hinzu kommt, dass einige Spieler am Samstag letztmals das blaue Trikot unserer Sport-Union tragen werden und alle Beteiligten diese nur zu gerne mit einem Sieg verabschieden würden.

Und wenn dann am morgigen Samstag um 17:15 der Abpfiff des Spieles, aber auch der gesamten Saison ertönt ist... was wird das erste sein, was unser Coach Thorsten Damm tut, weil er während der langen und anstrengenden Saison nicht dazu gekommen ist? „Ich werde eher etwas NICHT tun“, klärt unser Trainer schmunzelnd auf. „Ehrlich gesagt freue ich mich schon darauf, während der Sommerpause mal keine Videos zum Gegnerstudium mehr anschauen zu müssen.“ Launigen Familien-Fernsehabenden stehen im Hause Damm also in nächster Zeit nichts mehr im Wege. Vorher gibt es aber nochmals 90 Minuten Volldampf in Hollenbach.