17.05.17 - „Hollenbacher Aussagen haben uns sehr enttäuscht“
NSU-Sportdirektor Marco Merz im Interview
 
Vor dem letzten Saisonspiel der Oberliga-Saison 2016/17 beim FSV Hollenbach (Sa., 20.05.17 | 15:30) konnten wir uns mit unserem Sportdirektor Marco Merz unterhalten. Dieser macht ungewöhnlich eindeutig seinem Ärger über Aussagen Hollenbacher Verantwortlicher Luft.
 
 

Marco, am Samstag geht es zum letzten Saisonspiel nach Hollenbach. Und zwar mit gemischten Gefühlen, richtig?

M. M.: Zunächst ist der FSV Hollenbach ein Verein, den ich persönlich eigentlich stets sehr wohlwollend begleitet habe, sowohl als Spieler, Trainer und jetzt als Sportdirektor. Vor allem aufgrund der sportlichen Erfolge war der FSV eine Art Vorbildverein für uns, aber auch wegen der handelnden Persönlichkeiten wie Marc Oberndörfer, Gerd „Kiwi“ Kieweg, Philipp Wolf, Martin Schmidt, Andy Dähnel, Karlheinz Weidmann oder "Shorty", alles herzliche und bodenständige Leute, mit starker sportlicher Mentalität. Umso entsetzter ist man dann, wenn das Weltbild, das man von einem Verein aufgebaut hat, so jäh in sich zusammenfällt.

Kannst Du uns das genauer erklären?

M. M.: Ich meine damit die sehr befremdlichen Aussagen eines Hollenbacher Verantwortlichen in Richtung unserer Sport-Union die sowohl den betreffenden Spieler als auch unseren Verein diskreditieren können. Das hat bei unseren sportlichen Verantwortlichen, zu großer Verärgerung und Verwunderung geführt. Diese Aussagen haben uns sehr verärgert und fassungslos gemacht, da diese inhaltlich völlig haltlos waren, sowohl dem Spieler als auch uns gegenüber. Weil eben der betreffende Spieler eine extrem weite Strecke nach Neckarsulm auf sich nimmt, und wenn dann von Hollenbacher Seite eben die Aussage getroffen wird, das wir ihm ein solch gutes Angebot unterbreitet hätten, dass sie dieses nicht mitgehen wollten, dann kann das den Spieler diskeditieren und als "Raffzahn" dastehen lassen, und auch uns als Verein, weil ein Bild aufgebaut wird, als würden wir mit Geld um uns schmeißen. Generell ist es ein Gebot des Anstands und des tils, dass man sich nicht über finanzielle Vertragsangebote anderer Vereine in der Öfentlichkeit äußert. Wenn wir spieler an andere Vereine verlieren, dann behaupten wir auch nicht, dass diese ein besseres Angebot abgegeben hätten. So haben wir uns im Übrigen auch vor drei Jahren gegenüber dem FSV verhalten.

Du sprichst sicher auf den damaligen Wechsel von Volkan Demir aus Neckarsulm nach Hollenbach an.

M. M.: Genau. Als unser damaliger Top-Torjäger Volkan Demir damals nach Hollenbach gewechselt ist, haben wir diese sportliche Entscheidung klaglos akzeptiert und nicht mit Schmutz nach Hollenbach geworfen. Wir haben ja sogar mit „Wolle“ mitgefiebert, als er das Hollenbacher Trikot getragen hat, ihm die Daumen gedrückt. So sind wir damals mit diesem Wechsel umgegangen.

Kommen wir noch kurz zum Sportlichen, Marco. Wie siehst Du das Spiel selbst, das ja für Hollenbach Endspielcharakter besitzt?

M. M.: Es ist toll und prickelnd, dass wir am letzten Spieltag an solch einem entscheidenden Spiel beteiligt sind. Für uns besteht zudem noch die Chance, eine der besten Oberliga-Aufsteiger aller Zeiten zu werden. Ein lohnenswertes Ziel.

Was dürfen unsere Fans also am Samstag in Hollenbach erwarten?

M. M.: Während es von Hollenbacher Seite im Vorfeld des Spieles eher unsportlich ablief, werden wir am Samstag alles versuchen, uns sehr sportlich zu präsentieren.