27.07.16 - So sieht es der Gegner: Vor dem Spiel gegen Hollenbach
 
(c) Hohenloher Zeitung vom 11.11.16
 

Aufsteiger erwartet sein Vorbild

Fußball   Im Oberliga-Duell Unterland gegen Hohenlohe trifft die Neckarsulmer Sport-Union auf den FSV Hollenbach.

Von unseren Redakteuren Marc Schmerbeck und Alexander Bertok

Jede Serie endet irgendwann. Das hat Oberligist Neckarsulmer Sport-Union zuletzt erkennen müssen. Nach sieben Spielen ohne Niederlage - mit fünf Erfolgen und zwei Unentschieden - ist der Aufsteiger punktlos aus Reutlingen heimgekehrt. "Wir haben nicht schlecht, aber dem Gegner in seine Stärken gespielt, waren bei eigenem Ballverlust hinten zu offen, daraus müssen wir unsere Lehren ziehen", blickt NSU-Trainer Thorsten Damm auf die 0:1-Pleite zurück.

Auch für den FSV Hollenbach bedeutete der zurückliegende Spieltag das Ende einer Serie. Nach einer Durststrecke von neun Begegnungen ohne Sieg mit vier Unentschieden, wurde beim 3:2 über den FV Ravensburg erstmals seit Ende August wieder ein Spiel gewonnen. Im verflixten siebten Jahr in der Oberliga läuft es nicht beim FSV Hollenbach. Der Vorzeigeclub aus Hohenlohe ist in der Saison 2016/2017 mit 16 Zählern aktuell nur auf Platz 15 zu finden, wartet immer noch auf den ersten Auswärtserfolg. Mit zehn Punkten mehr rangiert die NSU zehn Plätze weiter oben auf Rang fünf. An diesem Samstag (14.30 Uhr) treffen beide Vereine auf dem Pichterich aufeinander.

Berührungspunkt

"Neckarsulm und Hollenbach haben zwar keine gemeinsame sportliche Vergangenheit, und es gibt Oberliga-Vereine, die uns geographisch näher liegen, dennoch gibt es viele Berührungspunkte", hat NSU-Sportdirektor Marco Merz eine hohe Meinung vom Hohenloher Verein aus dem Dorf mit knapp 600 Einwohnern. "Als wir in der Landesliga gespielt haben, waren die schon Oberligist. Der FSV hatte für uns immer eine Vorbildfunktion, vor allem was die Grundphilosophie betrifft. Bodenständigkeit, Wertevorstellung - wir haben viele Gemeinsamkeiten."

Bei der 0:1-Pleite der NSU in Reutlingen fehlte der Neckarsulmer Torgarant Martin Hess, dessen zwölf Treffer Topwert in der Oberliga sind. Promt erzielten die Unterländer erstmals sei dem 14. September kein Tor. "Martin hat uns mit seiner Präsenz schon gefehlt", sagt NSU-Coach Thorsten Damm. Der Kapitän wird auch gegen Hollenbach nur Zuschauer sein.

Da stellt sich die Frage, wer soll das Runde im Eckigen des Gegners unterbringen? "Steffen Elseg wäre ein Typ wie Hess, ist aber ebenfalls verletzt", hat Damm als Alternativen noch Henrik Hogen und Bogdan Müller auf der Bank. "Das sind spielende Stürmer", sagt der Trainer, der für die Startformation auch auf Seba Özürk in der Offensive zurückgreifen kann. Und dann wäre da auch noch Yannick Titzmann. Die zweitbesten Vollstrecker bei der NSU hinter Hess sind David Gotovac und Marc Schneckenberger, die je drei Mal erfolgreich waren.

Ähnliche Probleme haben auch die Hollenbacher. Torjäger Luca Pfeiffer ist zu den Stuttgarter Kickers abgewandert. Trainer Ralf Stehle hat viel probiert, um ihn zu ersetzen, aber noch keine Lösung gefunden. Gegen den FSV Hollenbach haben die Neckarsulmer in diesem Jahr bereits zwei Mal gespielt. Im Februar wurde eine Vorbereitungs-Begegnung auf dem FSV-Kunstrasen durch einen Öztürk-Treffer 1:0 gewonnen. Im August setzte sich Neckarsulm in der ersten Runde des WFV-Pokals nach 0:1-Rückstand durch Tore in der 90. (Hogen) und 93. Minute (Hess) 2:1 durch.

Gute Laune

Nach dem 3:2 gegen Ravensburg herrschte in Hollenbach gute Laune. "Das hat gut getan", sagte Torhüter Joachim Fritsch. "Erst als der Schiedsrichter abgepfiffen hat war ich sicher, dass es reicht." In der Woche zuvor verspielte Hollenbach einen 2:0-Vorsprung noch in den letzten acht Minuten. "Ich hatte schon ein gutes Gefühl, als ich hergefahren bin", sagte Fritsch. Dann folgte die frühe Führung. "Auf einmal stand es 1:2. Da denkt man, jetzt geht es wieder los wie in der letzten Woche." Ging es aber nicht. "Das 2:2 vor der Halbzeit war dann ganz wichtig", sagte Fritsch. "Neckarsulm wird seinen Lauf nun wieder fortsetzen wollen, aber jetzt sind wir dran."

 
 
 
(c) Homepage FSV Hollenbach vom 11.11.16
 

Derbyzeit

Gegen Neckarsulm soll nach dem Sieg gegen Ravensburg das nächste Erfolgserlebnis her

Hollenbach am Samstag in Neckarsulm gefordert
Neckarsulmer Sport-Union - FSV Hollenbach (Samstag, 12.11.2016, 14:30 Uhr)

Der FSV Hollenbach kann einen Schritt nach vorne machen. Und zwar in Richtung Mittelfeld. Weg von den Abstiegsplätzen. Doch die Hürde am Samstag (14.30 Uhr) ist hoch. Die Hollenbacher spielen zum Abschluss der Vorrunde beim starken Aufsteiger Neckarsulmer Sport-Union. Einen kleinen Vorteil haben die Hohenloher dann noch – das wegen der Partie gegen den VfB Stuttgart verlegte Spiel gegen den Bahlinger SC im Dezember.

In Neckarsulm schied der FSV zu Beginn der Saison aus dem WFV-Pokal aus – durch eine bittere 1:2-Niederlage in letzter Minute nach einer 1:0-Führung. Danach starteten die Hohenloher aber ordentlich in die Oberliga mit zehn Punkten in den ersten sechs Spielen. Die Neckarsulmer benötigten dann hingegen einige Zeit, um sich in der neuen Liga zurecht zu finden. Dann fing es aber an zu laufen. Die Mannschat trat immer kompakter und geschlossener auf. Auch  Torjäger Martin Hess wurde immer besser und führt mit elf Treffern mittlerweile sogar die Torjägerliste an. Doch dieser fällt nun auf unbestimmte Zeit aus, wird wohl auch gegen Hollenbach pausieren müssen. Und prompt gelang vergangenen Samstag (0:1 in Reutlingen) kein eigener Treffer. Dennoch steht der Aufsteiger mit 26 Zählern auf Rang fünf und ist damit auch im Soll. Dazu fehlen Hollenbach noch ein paar Punkte – bisher hat der FSV erst 16 auf dem Konto.

Doch nach der langen Negativserie war der erste Sieg nach neun Partien am Samstag gegen den FV Ravensburg Balsam auf die geschundene Seele. „Das gibt der Mannschaft Vertrauen und Glauben“, sagte Trainer Ralf Stehle. Es war der so dringend benötigte dreckige Sieg. Das Erfolgserlebnis, das nun wieder Mut macht und auch für den Kopf immens wichtig war. „Es war ein gutes Gefühl“, sagte Torhüter Joachim Fritsch. „Ich hatte schon beim herfahren ein gutes Gefühl.“ Der frühe Führungstreffer bestätigte dies dann auch. „Dann stand es auf einmal 1:2“, sagte Fritsch. „Ich dachte, jetzt läuft es wieder wie die Woche davor.“ Doch dann fiel kurz vor der Pause der Ausgleich und kurz nach dem Seitenwechsel die Führung, die dieses Mal verteidigt wurde. „Das war sehr wichtig. Jetzt sind wir wieder dran mit einem Lauf“, sagt Fritsch. „Aber Neckarsulm wird auch wieder eine Erfolgsserie starten wollen.“ Nach der Niederlage gegen Reutlingen bemängelte NSU-Trainer Thorsten Damm, seine Mannschaft sei zu „verspielt“ und zu „naiv“ gewesen. „Deshalb mu¨ssen wir wieder eine ausgewogene Mischung aus unserer spielerischen Sta¨rke und entsprechendem verbissenem Ergebnisdenken aufbieten.

Jedes Spiel za¨hlt, denn man darf keinesfalls vergessen, wie eng es in der Tabelle zugeht“, lässt er im Stadionheft der NSU wissen. Und weiter: „Ich habe großen Respekt vor dem Team von Trainer Ralf Stehle, da es genau jene Tugenden und Qualita¨ten verko¨rpert, die uns zuletzt in Reutlingen gefehlt haben. Der FSV macht genau jene Dinge gut, die uns immer mal wieder Probleme bereiten ko¨nnen. Ich erwarte daher eine Ru¨ckkehr meiner Mannschaft zu den Tugenden, mit denen wir erfolgreich waren.“ Nicht immer schafften es die Hollenbacher aber in dieser Saison die Tugenden, die sie in ihren ersten sechs Oberligajahren stark gemacht haben über 90 Minuten auf den Platz zu bringen. Im WFV-Pokal in Neckarsulm zum Beispiel, als eine Führung kurz vor Schluss noch verspielt wurde – der Ausgleich fiel in der 90. Minute, der Neckarsulmer Siegtreffer in der Nachspielzeit.

Ähnlich ging es dem FSV gegen Reutlingen. Noch einmal soll dies nicht passieren. . Doch auch mit dem momentanen Verletzungspech (Boris Nzuzi, Nico Nierichlo und Martin Schmidt fallen weiter aus) ist Hollenbach in der Lage, gegen jeden Oberligisten zu bestehen.