24.04.17 - So sah es der Gegner: 1. Göppinger SV - NSU 0:2
 
(c) NWZ vom 24.04.17
 

Die Luft im Abstiegskampf wird für den Sportverein dünner

Ohne die verletzten Oliver Stierle, Chris Loser, Domenico Botta, Franco Petruso und Gent Cerimi verlor der Sportverein gegen Neckarsulm mit 0:2.

Gianni Coveli, der Trainer des Fußball-Oberligisten SV Göppingen, hatte im Heimspiel gegen den Tabellendritten Neckarsulmer Sportunion trotz der Ausfälle keine ausschließlich defensive Marschroute ausgegeben. Patrick Schwarz gab nach einer Viertelstunde den ersten ernstzunehmenden Torschuss aus 15 Metern ab, den der zuverlässige Gästekeeper Marcel Susser zur Ecke abwehrte.

Doch mit zunehmender Spieldauer hatte der Sportverein Glück, nicht in Rückstand zu geraten. Nach einem Konter setzte Sebahattin Öztürk den Ball aus zentraler Position über das Göppinger Tor (28.). Eine Minute vor der Halbzeit brachte Neckarsulms Routinier Marcel Busch das Kunststück fertig, eine Flanke von links am leeren Tor vorbeizuschießen. Den nächsten Hochkaräter vergab Ouadie Barini kurz nach der Halbzeitpause, als die Göppinger Abwehrspieler gedanklich noch in der Kabine schienen.

Danach fing sich der Sportverein wieder und konnte die Partie zunächst beruhigen. Nach vorne fehlte allerdings gegen abgezockte Gäste die Durchschlagskraft, ein Problem, das Covelis Mannschaft auch bedingt durch die Verletzungen praktisch die ganze Rückrunde begleitet.

„Dann darfst du eben hinten keine Fehler machen und musst die Ordnung über 90 Minuten ins Ziel bringen, aber das haben wir heute nicht geschafft“, haderte der Göppinger Übungsleiter mit individuellen Abspielfehlern seiner Mannen in der Vorwärtsbewegung, die zu den beiden Gegentoren führten. Beim 0:1 nutzte Barini den dadurch entstandenen Freiraum auf der rechten Göppinger Abwehrseite, ließ noch Kevin Dicklhuber stehen und zirkelte den Ball wunderschön über Kevin Rombach hinweg ins Tor (71.). Den zweiten und entscheidenden Treffer leitete Stierle-Ersatz Maximilian Frölich mit einem fatalen Querpass zum Gegner ein.

„Uns sind heute ähnlich wie in Reutlingen einfache Fehler unterlaufen, die sehr weh tun. Genau darauf hat der Gegner gewartet, das darfst du dir eben nicht erlauben“, erklärte Coveli, dem am Samstag zudem die personellen Alternativen fehlten. „Die Situation ist extrem bitter so kurz vor der Ziellinie. Uns fehlt Erfahrung auf dem Platz und man hat kaum Möglichkeiten, taktisch etwas zu verändern. Jetzt müssen wir wieder Aufbauarbeit leisten und die Niederlage aus den Kleidern schütteln.“ Der einzige Lichtblick war die Rückkehr von Alessandro Nicastro, der ein halbes Jahr nach seinem Kreuzbandriss zu den ersten Einsatzminuten kam.

SV Göppingen: Rombach – Clauß, Ivezic, Frölich, Armbruster (90. Nicastro), Renner, Dicklhuber, Schwarz, Schmidts, Kadrija (61. Llanes Ona), Ziesche (76. Ntiti).

Neckarsulmer Sport-Union: Susser – Leonhardt, Romano (74. Müller), R. Neupert, Klotz, Gotovac (84. Retzbach), S. Neupert, Schneckenberger, Öztürk (84. Seybold), Busch (92. Elseg), Barini.

SR: Stefan Fimpel (Bad Wurzach).

Tore: 0:1, 0:2 Barini (71., 82.).

Zuschauer: 400.

 
Eine Videozusammenfassung unserer Begegnung vom TV-Sender "Filstalwelle" finden Sie hier (Sendung vom 24.04.17 - Flash-Player muss aktiviert sein):

http://sportifarchiv.filstalwelle.de/index.php
 
  • Der Blick auf die anderen Plätze

Oberliga Noch stimmt der Vorsprung des SV Göppingen im Abstiegskampf. Sechs Punkte sind es vor dem 15. FC Walldorf II, der gegen Balingen 0:0 spielte, und drei Zähler vor dem Sechstletzten Kickers Stuttgart II, der dem SC Bahlingen mit 4:5 unterlag. Gerade die Junioren von Walldorf und von den Kickers schauen gebannt, ob ihre Profis in der Regionalliga Süd den Klassenerhalt schaffen, denn sonst müssen sie selbst dann absteigen, wenn sie noch das rettende Ufer erreichen. Die große Frage an der Hohenstaufenstraße ist aber: Geht den Göppingern im Endspurt, auch auf Grund der vielen Verletzten, die Luft aus? Nach der verdienten 0:2-Niederlage gegen den Dritten Neckarsulm gab es in den letzten vier Spielen bei 1:9 Toren nur einen Punkt. Nun geht die Reise zum Sechsten CfR Pforzheim und die Auswärtsbilanz des GSV steht nach dem grandiosen 6:0-Sieg beim Absteiger Neckarelz aus vier Partien auf null Punkte und 0:10 Toren. Jetzt muss der Neuling an die oft bewiesene eigene Stärke glauben und einmal siegen.