21.06.13 - Dobersteins Blog: Mission "FCK-Vereinshymnen"
 

In unserem Stadionmagazin "NSUlive" und auf unserer Homepage ist auch immer ein fester Platz für Fußballkultur reserviert, die von verschiedenen Kolumnisten zu Papier gebracht werden. In der heutigen Online-Ausgabe beschäftigt sich unser Pressesprecher in musikalischer Hinsicht mit dem NSU-DFB-Pokalgegner 1. FC Kaiserslautern.

Mission "FCK-Vereinshymnen"

Woran erkennt man eigentlich einen Traditionsverein. Klar werdet ihr sagen: An Meisterschaften - kein Einwand. An Pokalerfolgen - logisch! An treuen und lautstarken Fans - natürlich! Aber man kann als Indikator auch etwas ganz anderes heranziehen: Nämlich die Anzahl von Fan- bzw. Vereinssongs. Ja, ihr lest richtig. Wie viele Vereinslieder haben denn zum Beispiel die TSG Hoffenheim, Red Bull Leipzig oder die SG Sonnenhof Großaspach? Zusammen gefühlte 2. Und der ruhmreiche 1. FC Kaiserslautern? Wahrscheinlich alleine mindestens 20. Und das ist wirklich eine ganze, ganze Menge, was für mich ganz klar bedeutet: Dieser Verein muss ein wahrer Traditionsclub sein.

 
Bild (c) www.der-betze-brennt.de - Klasse Homepage, sehr zu empfehlen
 

Hinzu kommt, und das gebe ich gerne zu: Ich stehe auf Vereinssongs! Auf diese oft schräge Zusammenreihung zufällig ausgewählter Akkorde, die mit Titelzeilen wie "Du bist in unserem Herz - verlierst Du, fühlen wir Schmerz", oder "Du regierst für immer hier - wir stehn ewig zu Dir", fast schon Ohrschmerzen verursachen können. Ja, wirklich wir lieben diese Vereinshymnen. Doch darüber eine Kolumne schreiben…?

Auf die Idee dazu brachte mich, das muss ich zugeben, unser aller Sportdirektor Marco Merz. Denn wenn Ihr mit diesem verrückten Hund zusammenarbeitet, dann kann es schon mal passieren, dass Ihr morgens um halb sieben eine SMS erhaltet (ja, es gibt Menschen, die immer noch diese Kurznachrichten versenden), mit dem Inhalt "Ole ole - Ole ola!"
Hmmm, was will der Versender uns damit sagen? Nach einer kurzen Recherche bei meinem besten Freund "Google" war klar… das sind die Refrainworte der Kaiserslauterner Vereinshymne "Das Betze Lied".

Und nun hatte ich Blut geleckt… Es wurde Zeit für die volle Dröhnung. Gewappnet mit Chips, Bier und einer Familienpackung Ohropax (man weiß ja nie), ging sie los: Die "Mission Lauterer Vereinshmynen."

Und dann wollen wir doch gleich einmal starten mit dem "Betze Lied". Ein Kultsong, der in einer Reihe mit "Blau und Weiss" des FC Schalke 04 genannt werden muss. Daumen nach oben! Geschrieben und produziert wurde der Track geschätzt irgendwann in den 50er Jahren und bevor er so richtig begonnen hat, werden die Ohren gleich mit einem old-schooligem Trompeten-Intro verwöhnt. Yes! Nach einigen Tirillis und Tirillas beginnt der Text. "Der FCK wird nie untergehn, darauf stimmen alle ein." Nun ja, damals wurde eben so getextet… Marco Merz drückt es so aus: "Ich werde dieses Lied ab sofort als Klingelton auf meinem Handy installieren." Ganz abgesehen davon, dass Dein Handy diese Funktion wahrscheinlich noch gar nicht hat, lieber Marco, volle Zustimmung. "Das Betze Lied" ist einfach ein Stück deutsche Fußballkultur und wird sicher auch beim Pokalkracher gespielt werden.

Nach diesem musikalischen Highlight müssen wir leider beim nächsten Track erstmals in Richtung Schmerzgrenze gehen. "Das ist für Euch" heißt der Song. Und das ist, ich denke das kann ich versichern, nicht sado-masochistisch gemeint. Der Track beginnt rockig. Als laut jemand "Hey" schreit, möchte man direkt vollenden "hier kommt Alex!" Aber nein, falscher Text. Als der Chor beginnt zu singen "Unser Schweiß" fühlt man sich zudem kurz an Rammstein erinnert - aber auch hier täuscht man sich.
"Das ist für Euch - für die, die immer mit uns kämpfen. Das ist für Euch - Unsere Träume, unsere Tränen, unsere Seele, unser Lied." Schöner Text immerhin. Der Track wurde übrigens vom Cousin des Kaiserslauterner Vorstandes Stefan Kuntz produziert. Nunja, Beziehungen sind halt doch viel im Leben.

Kommen wir gleich zum nächsten Stück. "Der Betze ruft". Mal eine Frage vorweg… wer hat eigentlich Fußball-Balladen erfunden. Was soll das? Sollen die Fans dazu in der Fankurve zusammen einen Stehblues tanzen, oder was? Im Gunter Gabriel-Style wird uns hier vermittelt, dass der Gang ins Stadion die "Alltagsmaloche" verdrängt. Stimmt. Untermalt wird der Track mit Kraftausdrücken wie "Scheißegal, verdammt oder geil!" OK…

Und noch einen Kultsong haben wie entdeckt: "Geh mer nuff, geh mer nuff uff de Betzebersch!" Ein Ohrwurm im Stile des "Betze Lieds" und im Polka-Stil gehalten. Ich schwöre Euch, hört das Lied nur eine Minute an und ihr summt den Text garantiert vor Euch hin. Eine Frage hätte ich aber doch noch. Eine Textzeile geht so: "Das war beim Fritz und beim Ottes so, beim Köhli und bei de Bas." Liebe Lauterer, lacht mich bitte nicht aus, aber wer oder was ist bitte "de Bas"? Antworten bitte an die E-mail-Adresse webmaster@nsu-fussball.de. Danke.

Hmmm, noch ne Ballade. "Dem Himmel so nah" heißt das Stück. "OOOOOOOOOOOOH OOOOOOOOOOOOOOOH - EFFF CEEE KAAAAA" lautet der Refrain. Und es kann nicht viel schönere "OOOOOOOOOOOOOOOH´s" in der Musikgeschichte gegeben haben. Wäre es ein Rap-Song würde man ihn zudem als "Diss-Track" bezeichnen, denn auch die Lokalrivalen Mainz und Waldhof bekommen hier ihr Fett weg. Zudem befindet sich viel Pathos im Text. "Wir sind immer für Dich da" und "Stolz der Pfalz" seien hier stellvertretend als Beleg zitiert. Schön anzuhören, das Ding.

Und nun wird's elektronisch. "Tanz der Teufel" heißt ein weiteres Werk, das dem FCK gewidmet wurde. Ob es sich durchgesetzt hat - ich weiß es nicht. Irgendwie hört es sich an, als ob ein 13-jähriger zum ersten Mal an seinem Atari-Computer ein Soundprogramm ausprobiert hätte. Heißt "Tanz der Teufel" nicht auch ein Horrorfilm? Dann pasts scho. :. Unbedingt anschauen auf Youtube!

Zeit für ein Fazit. Leider können sich Vereine gegen sogenannte "Vereinssongs nicht immer wehren. Aber irgendwie macht es sogar Spaß, sich die (wenigen) wirklich diskutabel klingenden FCK-Lieder reinzuziehen. Von den vielen tollen Songs ganz abgesehen. Von daher sagen wir einmal: Es wäre ein Traum, wenn in 20 Jahren einmal einer unserer Gegner einen solchen Artikel über die NSU schreiben würde. "Boaah die Neckarsulmer ham ja 35 Vereinshymnen, was für ein toller Traditionsverein." Ich gebe mir jedenfalls jetzt nochmals die volle rot-weiße FCK-Fansong-Ladung und beschließe diesen Artikel mit den Worten von Marco Merz: "Mensch, so langsam werde ich noch richtig zum FCK-Fan! Ole ole, ole ola!..."

 
Weiterführende Links:

FCK-Fansongs auf der offiziellen FCK Homepage

FCK-Fansongs auf www.der-betze-brennt.de