28.03.17 - Seit 8 Jahren Neckarsulmer -
"Mister Sport-Union" Enzo Romano bleibt an Bord
 

Enzo Romano ist ein Mann der ersten Stunde bei der Sport-Union. Seit der Fusion im Jahr 2009 hält der Defensivakteur dem Verein inzwischen die Treue und hat unseren Weg von der Landesliga bis zur Oberliga entscheidend mitgeprägt. Zwei Aufstiege, WFV-Pokalfinale und DFB-Pokalteilnahme – Enzo Romano war immer mittendrin, statt nur dabei. Inzwischen steht fest, dass er auch in der kommenden Saison das Trikot der Sport-Union tragen wird, es wird dann seine insgesamt neunte Saison bei der Sport-Union. Wir konnten uns mit „Mister Sport-Union“ über seine Beweggründe und seine persönlichen Neckarsulmer Highlights unterhalten.

 
 

Enzo, obwohl Du in dieser Saison leider nur bedingt Einsatzzeiten hattest und Dir viele andere interessante Angebote vorlagen, hast Du Dich dennoch dazu entschlossen, der Sport-Union auch weiterhin die Treue zu halten. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

E. R.: Ich weiß, es dachte wohl jeder, dass ich nach dieser für mich persönlich nicht zufriedenstellenden Saison den Verein verlassen würde. Aber es gab einige wichtige Gründe für mich, bei der Sport-Union zu bleiben. Für mich ist die NSU im Laufe der Zeit wie eine zweite Familie geworden, ich fühle mich auf dem Pichterich quasi wie zu Hause. Zudem habe ich einen sehr engen Kontakt zu meinen Mitspielern, fühle mich im Mannschaftskreis sehr wohl. Ein weiterer wichtiger Grund für mich war aber, dass ich mich nach den wenigen Einsatzzeiten in dieser Saison einfach noch einmal neu in Neckarsulm beweisen möchte. So wollte ich mich einfach nicht verabschieden. Ich hatte eine schwere sportliche Zeit, mit einigen Verletzungen, aufgrund derer ich nie so richtig fit wurde. Ehrlich gesagt, wäre ich Thorsten Damm, dann hätte ich mich auch nicht aufgestellt. Aber ich merke, es geht aufwärts, mein Fitness-Zustand steigt von Woche zu Woche. Mein Ziel ist es, mich für einen Stammplatz zu empfehlen.


Marco Merz hat Dich bei den Vertragsgesprächen gefragt, ob es Dir nicht Dein Herz zerreißen würde, wenn Du „Deinen“ Pichterich verlassen müsstest…

E. R.: Mit dieser Aussage hat Marco den Nagel auf den Kopf getroffen. Aber es war schon komisch, als ich regelmäßig gespielt habe, erhielt ich quasi keine Anrufe von anderen Vereinen, jetzt wo ich nicht spiele, klingelte das Telefon sehr häufig. Aber ich konnte es mir einfach nicht vorstellen, von hier weg zu gehen. Marco war im Übrigen sehr fair, wies mich im Vertrags-Gespräch darauf hin, dass mit Marcel Busch, Robin Neupert und Sebastian Kappes absolute Hochkaräter auch in der kommenden Saison in Neckarsulm auf meiner Position spielen würden. Er und auch Trainer Thorsten Damm haben mir aber auch eine sehr hohe Wertschätzung meiner Person gegenüber vermittelt, die mich sehr, sehr gefreut hat. Daher war es für mich sofort klar, dass ich bei der NSU bleiben werde.

Die nächste Saison wird dann Deine insgesamt neunte in Neckarsulm sein. Was waren für Dich persönlich die Highlights?

E. R.: Über allem steht für mich persönlich der WFV-Pokal-Halbfinal-Sieg gegen den SSV Ulm 2013, als wir noch in der Landesliga spielten. Dieses Spiel war aus meiner Sicht auch der Ausgangspunkt unseres Erfolgsweges. Die Atmosphäre an jenem Abend werde ich nie vergessen, ich hatte ja noch nie vor so vielen Zuschauern gespielt. Es fing harmlos und sehr leise im Hellen an, doch mit jeder Minute und je dunkler es wurde, desto höher stiegen der Lärmpegel und die Zuschauer-Unterstützung. Der Rest ist Geschichte. Einfach purer Wahnsinn und noch heute ein Gänsehaut-Gefühl.

Und Du hast den gefühlt einzigen Elfmeter Deiner Karriere verwandelt…

E. R:: (lacht). Das stimmt nur zum Teil. Gegen Großaspach habe ich in der Tat verschossen. Aber davor, vor allem in der Jugend, habe ich viele Elfmeter verwandelt. Doch der gegen Ulm war schon mit Abstand der Wichtigste… ein unbeschreibliches Gefühl.
Aber natürlich waren auch das DFB-Pokalspiel gegen Kaiserslautern oder das Pokalspiel gegen die Stuttgarter Kickers 2009 sowie die beiden Aufstiege absolute Highlights.


Du hast inzwischen über 150 Spiel für die Sport-Union bestritten und sogar zwei Tore erzielt… kannst Du Dich noch erinnern gegen wen?

E. R.: Ja, das kann ich tatsächlich. Eines war gegen die Sportfreunde Schwäbisch Hall, ich glaube in der 90. Minute zum 2:1-Sieg und gegen den Göppinger SV zum Ausgleich. Wobei wir dieses Spiel am Ende leider verloren haben.


Du bist von der ersten Minute der Sport-Union mit an Bord, hast das Großwerden unseres Clubs hautnah miterlebt. Wie stolz macht es Dich, dass Dein Name immer mit diesem Erfolgsweg verbunden sein wird?

E. R.: Das macht mich sehr stolz. Ich denke so eine Erfolgsgeschichte, wie wir sie in den letzten Jahren erlebt haben, sucht im Unterländer Fußball seinesgleichen. Für mich als Heilbronner ist es einfach genial, so nah dabei gewesen zu sein. Ich habe mich in dieser Zeit nicht nur sportlich, sondern auch menschlich erheblich weiterentwickelt. Ich wollte schon immer einmal Oberliga spielen, deswegen genieße ich jedes Spiel dieser Saison; ich glaube ich könnte Dir jedes Ergebnis und jeden Spielverlauf auswendig aufsagen. Mein Ziel ist es jetzt, dem Trainer zu zeigen, dass ich da bin, wenn er mich braucht. Steffen Elseg, der ja auch seit 2009 in Neckarsulm spielt, ist da ein gutes Vorbild für mich. Auch er hatte immer wieder Zeiten, in denen er weniger gespielt hat. Aber wenn er eingesetzt wurde, war immer voll da, hat stets seine Tore gemacht – egal in welcher Liga. Diese Verlässlichkeit möchte ich in der kommenden Saison unbedingt auch zeigen. Daher bin ich sehr glücklich, dass Marco Merz und der Verein mir diese Chance gegeben haben.

Danke Enzo, für dieses tolle Gespräch.