03.12.16 - 3:0-Auswärtssieg in Spielberg - "Elseg-Show" im Bechtle-Stadion
 

Wird NSU-Coach Thorsten Damm nach dem Besonderen an der Oberliga gefragt, antwortet er gerne „Jedes Spiel hat seine eigene Dynamik, keines gleicht dem anderen.“ Und ein ganz besonderes Spiel erlebte der Neckarsulmer Übungsleiter am Samstag in Spielberg. Überraschend gewann die Sport-Union beim zuvor in zehn Spielen unbesiegten Tabellenfünften SV Spielberg mit 3:0. Keine Frage, es war ein außergewöhnlicher Sieg, den das Pichterich-Team zum Ende der Hinrunde im „Bechtle-Stadion“ eingefahren hat, doch die kleinen Geschichten rund herum machten den Dreier noch viel spezieller.

Da war zum Einen Keeper Leander Wallmann, der in Spielberg erstmals in dieser Saison überhaupt zwischen den Pfosten stand und sein Tor gegen die Spielberger Tormaschine sauber hielt. Dann war da noch Stürmer Steffen Elseg, in dieser Saison zuvor insgesamt gerade einmal 41 Minuten auf dem Feld, der mit zwei sehenswerten Toren zu einem Gesicht des Sieges wurde. Und schließlich war da noch Yannick Titzmann, der in seinem letzten Spiel für die NSU mit dem ersten Ballkontakt das entscheidende 3:0 erzielte.

Die 90 Minuten auf dem tiefen, aber gut bespielbaren Platz in Spielberg waren eine taktische Meisterleistung des Pichterich-Teams, gepaart mit einer grandiosen Kompaktheit und aufopferungsvollen Kampf. Die seit Wochen in Topform agierenden Spielberger fanden kein Rezept gegen die defensiv ausgerichteten Gäste, die hoch konzentriert zu Werke gingen.

Den ersten Offensiv-Nadelstich setzte die Damm-Elf bereits nach zwei Minuten, als Steffen Elseg auf Marcel Gerstle zurücklegte, dieser jedoch aus aussichtsreicher Position nicht genug Druck hinter die Kugel brachte. Zehn Minuten später zappelte die Kugel dann tatsächlich im Spielberger Netz, Steffen Elseg, nur in die Startelf gekommen, da sich Bogdan Müller beim Warmmachen verletzte, war der umjubelte Schütze. Nach einem feinem Pass von Ouadie Barini hob die Neckarsulmer Nummer 17 die Kugel aus dreißig Metern über den weit vor seinem Kasten postierten Spielberger Keeper Matthias Moritz - ein Tor durchaus auch fürs Auge. „Das ist bei Steffen Programm. Leichte Tore sind nicht so sein Ding“, kommentierte Thorsten Damm mit einem Schmunzeln den spektakulären Treffer. Der Schütze selbst sah den es hingegen eher nüchtern: „Ich habe gar nicht viel nachgedacht, der Keeper kam aus dem Tor, da war ein Heber für mich die einzige Option“, schilderte er das 1:0, als sei es das Normalste auf der Welt.

Von den Gastgebern kam zunächst offensiv nicht viel. Erst nach 26 Minuten gab es die erste brenzlige Situation vor dem Neckarsulmer Gehäuse, doch Leander Wallmann klärte einen Gewaltschuss von Manuel Hasel spektakulär per Faustabwehr. Aber auch die Sport-Union blieb mit ihren wenigen, jedoch schnell und effektiv vorgetragenen Kontern gefährlich. So platzierte Ouadie Barini den Ball aus zehn Metern Entfernung knapp am Gehäuse vorbei (33.).

Im zweiten Durchgang hofften die enthusiastischen Heimfans auf eine druckvollere Spielberger Elf, doch abermals Steffen Elseg erstickte bereits in der 47. Minute diese Hoffnungen im Keim. Der Neckarsulmer Stürmer, der noch am Morgen des Spieles seiner Arbeit als Zimmermann nachgegangen war, und privat anreiste, erzielte in der 47. Minute das 0:2. Der agile David Gotovac hatte von rechts vorbereitet, Elseg schloss aus zwölf Metern trocken ins linke Eck ab. „Doppelpack-Elseg“ ist nun also nicht mehr nur das Schreckgespenst des TSV Berg, gegen die er regelmäßig getroffen hat, sondern auch des SV Spielberg. Gegen Teams mit „Berg“ im Vereinsnamen trifft er eben besonders gerne. „Das scheint tatsächlich so“, meinte „Else“ mit einem Grinsen im Gesicht.

Die Spielberger dachten aber gar nicht daran nun aufzugeben und kamen in der 56. Minute zu ihrer ersten Chance im zweiten Durchgang. Der eingewechselte Alexander Zimmermann zielte jedoch aus spitzem Winkel über die Querlatte.

In den letzten 20 Minuten warfen die Gastgeber nochmals alles nach vorne, Stoßstürmer Alexander Zimmermann wurde immer wieder mit langen Bällen im Zentrum gesucht. So war es auch jener eminent gefährliche Zimmermann, der die bis dahin beste Spielberger Chance im zweiten Durchgang hatte, doch wieder war Leander Wallmann per Faust zur Stelle (71.). Drei Minuten später wäre aber auch der NSU-Goalie chancenlos gewesen, doch der abermals beeindruckend aufspielende Defensivmann Marius Klotz rettete geistesgegenwärtig auf der Linie für seinen geschlagenen Schlussmann. Es war eine Schlüsselszene des Spiels, wäre den Spielbergern in jener Szene der Ausgleich gelungen, den Neckarsulmern hätte sicher eine „heiße Schlussphase gedroht.

So mussten die Spielberger angesichts des Zwei-Tore-Rückstandes In den letzten zehn Minuten alles auf eine Karte setzen. Mit der Konsequenz allerdings, dass die NSU nun zu mehr Räumen und dadurch einigen vielversprechenden Kontermöglichkeiten kam. So in der 83. Minute, als Ouadie Barini, von Marc Schneckenberger glänzend eingesetzt, alleine aufs Spielberger Tor lief, jedoch knapp verzog.

In der 89. Minute dann die endgültige Entscheidung. Wieder bereitete David Gotovac über die rechte Seite vor, Yannick Titzmann, kurz zuvor eingewechselt, vollendete akrobatisch. Und das war wieder so eine Geschichte, die nur der Fußball schreiben kann. Denn Yanick Titzmann hat sich mit diesem Treffer von der Sport-Union verabschiedet, wechselt aus beruflichen Gründen in der Winterpause zurück zu seinem Heimatclub SV Leingarten. Einen sportlich besseren Abschied kann man sich wohl kaum wünschen. „Ich habe mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht, ich hatte wirklich eine tolle Zeit bei der Sport-Union, die für mich zu einer zweiten Familie wurde. Aber mein Studium hat zuletzt massiv unter den Trainingsanforderungen gelitten, so dass ich mich zum Wechsel in die Bezirksliga entschieden habe“, so der überaus sympathische und im Team anerkannte Torschütze ein wenig nachdenklich.

Was nach Abpfiff kam, war Neckarsulmer Jubel pur. Das vielleicht formstärkste Team der Liga bezwungen, 33 Punkte, Platz 5 in der Tabelle - kein Wunder, dass Thorsten Damm seinen Gemütszustand mit „sehr, sehr zufrieden“ umschrieb. „Der Matchplan ging letztendlich auf“, so der NSU-Erfolgscoach. Die Tore zur richtigen Zeit erzielt und eine aufopferungsvolle Defensivarbeit waren die Basis des Dreiers. Eingetütet wurde dieser dann aber auch durch drei ganz spezielle Randgeschichten.

Marco Merz zog kurz nachdem der Erfolg eingetütet war bereits ein fast überschwengliches Komplettfazit: „2016 war für uns ein sagenhaftes Erfolgsjahr. Mit dieser tollen Hinrunde haben Mannschaft und Trainer-Team den Gipfel der Glückseligkeit erreicht.“ Zum Spiel analysierte unser Sportdirektor: „Eine gnadenlose Kompaktheit, Schärfe und Effizienz in allen Mannschaftsteilen sowie ein genialer taktischer Plan unseres Trainer-Teams ermöglichten diesen außergewöhnlichen Sieg.“

Lange Zeit zum Ausruhen gibt es auf dem Pichterich allerdings nicht. Bereits am 18.02.17 setzt die Oberliga Baden Württemberg ihren Spielbetrieb fort.

NSU: Wallmann, Klotz, Busch, R. Neupert, Gotovac (89. Titzmann), S. Neupert, Schneckenberger, Seybold, Barini, Gerstle (85. Marche), Elseg (81. Retzbach)

 
 
Bilder zum Spiel:
 
Willkommen im Bechtle Stadion - allerdings nicht in Neckarsulm, sondern in Spielberg
Hier erfährt Steffen Sleseg von seinem kurzfristigen Startelf-Einsatz
Die beiden Coaches vor dem Anpfiff: Thorsten Damm und Peter Hogen
Unsere Starting Eleven
Die Teams begrüßen sich
Trauerminute für die Opfer des Flugzeugabsturzes
Erste NSU-Chance nach zwei Minuten für Marcel Gerstle
Robin Neupert im Kopfballduell mit Jonas Daum
Marcel Busch klärt ebenfalls gegen Daum
Perfekte Ballannahme von Steffen Elseg
Auf dem Spielfeld gab es zahlreiche rassige Zweikämpfe zu bestaunen
Steffen Elseg gegen Riccardo die Piazza
Leo Wallmann packt zu
Und dann war er drin! Steffen Elseg traf nach 12 Minuten für die NSU
Jubel unter dem Bechtle-Werbebanner
Robin gegen Jonas Daum
Ouadie Barini setzt sich durch
Marcel Gerstle klärt gegen di Piazza
Eine bezeichnende Geste: SVS-Coach Peter Hogen
Ganz in weiß: Leo Wallmann
Wieder kein Durchkommen gegen Robin Neupert
Dick eingepackt: Thorsten Damm
Steffen Elseg im Kopfballduell
Foul an Marcel Gerstle
"Else" gegen gleich zwei Spielberger
 
So sah es meistens aus: Auch die zweiten Bälle landeten bei unseren Jungs
 
Rassiges Duell über 90 MInuten auf der rechten Seite: David Gotovac gegen die Piazza
Steffen Elseg zeigte wnach langer Verletzungspause wirklich eine sensationelle Leistung
Mit dicken Backen die Kugel nach vorne gedroschen: Marcel Busch
Robin Neupert
Ungewohntes Bild: Kurzbesprechugn direkt nach dem Halbzeitpfiff
Und gemeinsam ging es dann in die Kabine
Marcel Gerstle schirmt die Kugel ab
Und hier noch was zum Schmunzeln :-)
Steven Neupert mit Einsatz
..Antreten zum Jubeln nach Steffens 2:0
Es war die Vorentscheidung in Spielberg
Kopfballduell mit Marcel Gerstle
Dann wurde es kurzzeitig etwas hitziger auf dem Feld
Aydin Cengiz und Thorsten Damm
Marcel Gerstle und der Spielberger Betreuer
Steffen Elseg gegen Thomas Can
Ouadie Barini im Duell mit Stefan Müller
 
 
Steven Neupert und Manuel Hasel
Der Matchwinner ging: "Doppelpack-Elseg"
Beinahe das 3:0 durch Ouadie
Marco Merz unterhielt sich unterdessen mit den Spielberger Fans
Foul an "Hadji"
"Da muss der Ball rein"
Und Yannick Titzmann tat Thorsten Damm den Gefallen: 3:0
Was für ein Jubel!
Yannick traf in seinem letzten Spiel für die NSU
Jubel bei unserem Team
Und dann war Schluss in Spielberg - hier die Siegerfaust von Marcel Gerstle
Aydin und Marco
Julian und Buschi
Marius Klotz und Henni Hogen
In der Kabine
Die beiden Trainer im Zwiegespäch nach der Pressekonferenz