17.08.16 - Erst chancenlos, dann mit viel Herz - 2:3-Heimniederlage gegen Spielberg
 

Unser Pichterich-Team wartet weiter auf den ersten Heimpunkt. Gegen Regionalliga-Absteiger SV Spielberg gab es am gestrigen Mittwoch eine 2:3-Niederlage. „Natürlich wäre ein Punkt tabellarisch und auch für unsere Moral wichtig gewesen“, gab NSU-Trainer Thorsten Damm unumwunden nach dem Abpfiff zu. Doch die Hypothek einer ganz schwachen ersten Halbzeit wog letztendlich zu schwer.

Was sich in den ersten 45 Minuten im Pichterichstadion abspielte, löste bei den rund 400 Neckarsulmer Fans und Zuschauer Fassungslosigkeit aus. Vom Anpfiff weg fand die Sport-Union in keinster Weise ins Spiel, präsentierte sich durchweg in einer Art und Weise, wie man das in den letzten Jahren noch nicht gesehen hatte. „Wenn die Negativ-Steigerung zu schwach unterirdisch ist, dann ist unsere Leistung sogar noch darunter anzusiedeln“, nahm auch NSU-Coach Thorsten Damm kein Blatt vor den Mund. Der Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Marco Zauner war fast wie eine Erlösung. 3:0 lag die NSU zurück – und das vollkommen zurecht.

Natürlich, die Spielberger legten ein unfassbares Tempo vor, zeigten eine unglaubliche Passgenauigkeit, ein laufintensives Spiel ohne Ball und resolutes Zweikampfverhalten. Doch viel schlimmer wog, dass die Sport-Union überhaupt nicht die Begegnung fand. Und den Gästen alle Treffer geradezu schenkte.
8. Minute: Kapitaler Fehlpass im Aufbauspiel, Phil Weimer legte quer zu Jan Malsam, der unbedrängt zum 0:1 traf.
31. Minute: Unentschlossenes Neckarsulmer Zweikampfverhalten an der eigenen Grundlinie, Pass nach innen, Marius Schäfer vollendet zum 0:2.
38. Minute: Eine Kopie des 0:1, Nutznießer war diesmal Max Knorn: 0:3.

Marcel Busch, der in seinem Fußballer-Leben schon fast alles erlebt hat, stammelte nach dem Abpfiff tieftraurig: „Das war Kreisliga in der ersten Halbzeit.“ Thorsten Damm ergänzte: „Das war eine ganz untypische 1. Hälfte für unsere Verhältnisse. So kenne ich uns nicht, wir haben den Gästen zwei Tore auf dem Silbertablett präsentiert.“ Man musste Angst vor einer richtigen Klatsche haben.

Doch in Halbzeit zwei änderte sich das Bild grundlegend. Die NSU biss sich nun mit viel Wille und grandioser Mentalität in die Begegnung. Die Einwechslung von Henrik Hogen brachte zudem jede Menge frischen Wind in die Neckarsulmer Offensivbemühungen. Bereits in der 48. Minute die erste Chance für die Gastgeber, nach Pass von Hogen verfehlte ein abgefälschter Schuss von Marius Klotz knapp das Ziel. In der 54. Minute dann erstmals Jubel im Pichterichstadion. Marc Schneckenberger steckte zu David Gotovac durch, der Mathias Moritz im Spielberger Gehäuse aus spitzem Winkel keine Chance ließ. Spätestens dieser Treffer war das Signal zur Aufholjagd der Neckarsulmer Sport-Union. Die Spielberger Nadelstiche wurden weniger, die Mehrzahl der Zweikämpfe gewann nun das Heimteam - und hatte durchaus Möglichkeiten zum Anschlusstreffer.

So scheiterte in der 70. Minute Henrik Hogen nach einer Hereingabe von Ouadie Barini aus 16 Metern um Haaresbreite, in der 80. Minute setzte der abermals starke Steven Neupert einen Schuss aus derselben Distanz etwas zu hoch an.

In der 81. Minute dann eine Szene, die vor allem die Neckarsulmer Gemüter erhitzte. Der Ball lag im Spielberger Netz, doch Schiedsrichter Zauner erkannte den Treffer nicht an. Was war passiert. Nach einer Flanke köpfte Steven Neupert die Kugel mit Vehemenz ins Tor. Ein schulbuchmäßiger Kopfball, fair und einfach schön. Einzig der Unparteiische Marco Zauner will ein Foul unserer Nummer sechs gesehen haben und versagte dem Treffer die Anerkennung. Treue Leser unserer Homepage wissen, dass wir Kritik an Schiedsrichtern in der Regel vermeiden und sicherlich war dieser Pfiff nicht absolut spielentscheidend. Allerdings nahm der insgesamt vom Spieltempo überforderte Referee unseren Jungs die Möglichkeit, zehn Minuten lang auf den Ausgleich zu drängen. Und das war definitiv ärgerlich.

Der Anschlusstreffer fiel aber tatsächlich noch. In der 90. Minute war es Marcel Busch, der die Kugel nach einem Freistoß über die Linie drückte. Und in der 94. Minute wäre beinahe noch das eigentlich Unmögliche passiert. Nach einem Eckball fiel die Kugel Martin Hess vor die Füße, der scheiterte jedoch am glänzend reagierenden Moritz, der seinem Team in dieser Szene den knappen Auswärtssieg festhielt. Und nimmt man die kompletten 90 Minuten als Maßstab, muss man feststellen, dass der Spielberger Dreier sicher nicht unverdient war.

Allerdings kann die Sport-Union für sich verbuchen, einen bärenstarken Gegner in der zweiten Halbzeit mit viel Herz und Leidenschaft an den Rand eines Punktverlustes gebracht zu haben. Dies sah auch Thorsten Damm so: „Das macht uns stark, dass wir selbst nach einem eigentlich hoffnungslosen 0:3-Rückstand nicht aufgeben.“ Doch der Neckarsulmer Coach ergänzte mit ernstem Gesicht: „Aber über die erste Halbzeit müssen wir definitiv noch reden.“

NSU: Susser, Leonhardt (68. Gerstle), Busch, Kappes (68. Barini), Klotz, S. Neupert, Schneckenberger, Gotovac, Öztürk, Müller (46. Hogen), Hess

 
 
Vor dem Anpfiff
Kaum ein Durchkommen: Martin Hess
Auch "Goto" wird gedoppelt
Martin gegen Stefan Müller
Marc Schneckenberger filigran gegen Phil Weimer
Steven Neupert gewinnt das Kopfballduell mit Weimer
Marvin Leonhardt gegen Manuel Hasel
"Kappo" klärt gegen Marius Schäfer
Hier erneut die beiden gleichen Protagonisten
Ein Neckarsulmer gegen fünf Spielberger - so sah es im ersten Durchgang oft aus
Seba Öztürk
Schußchance für Marius Klotz
Henrik Hogen sorgte im zweiten Durchgang für viel Wirbel
Martin Hess sichert die Kugel
"Schnecke" gegen Max Knorn
Aufholjagd unter Flutlicht - leider ohne Neckarsulmer Happy End
David gegen Robin Müller
Henrik Hogen hart bedrängt
Martin setzt sich durch ...
... seine Flanke wird zur Ecke abgeblockt
David Gotovac
Henrik Hogen
Die Szene in der sich die Gemüter erhitzten. Foul von Steven Neupert?
Der Mond über dem Pichterich