25.03.17 - Unspektakulärer 3:0-Pflichtsieg im "S-Bahn-Derby" in Neckarelz
 

Einen unspektakulären 3:0-Pflichtsieg landete unserer Sport-Union am gestrigen Samstag im „S-Bahn-Derby“ beim Tabellenletzten Spvgg Neckarelz. Auf dem ungemein schwer zu bespielenden Rasenplatz des Elzstadions war der Ex-Neckarelzer Marcel Gerstle der Matchwinner, er steuerte zwei Tore und eine Vorlage zum Neckarsulmer Sieg bei. „Das Beste heute sind die drei Punkte“, war NSU-Trainer Thorsten Damm nicht so recht zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft.

Räumlich gesehen trennen Neckarsulm und Neckarelz nur 25 Kilometer, sportlich sind es nach der Begegnung 43 Punkte. Davon war allerdings in der ersten Halbzeit auf dem grünen Rasen nicht viel zu sehen. Die Sport-Union agierte überwiegend fahrig und unkonzentriert und haderte zu oft mit sich selbst und den zugegeben schlimmen Platzverhältnissen. „Die erste Hälfte von uns war wirklich nicht gut“, gab Marcel Gerstle zu, der vor seinem Wechsel zur Sport-Union selbst acht Jahre lang das Trikot der Neckarelzer getragen hat.

So hatten die Gastgeber sogar die erste gute Torchance durch Arnold Luck, der mit einem Heber NSU-Keeper Marcel Susser zwar überwand, doch Marcel Busch konnte die Kugel im letzten Moment ins Toraus klären. Nach diesem ersten kleinen Schockmoment zog das Pichterich-Elf dann das Tempo etwas an. In der 12. Minute führte ein Foul an Bogdan Müller im Neckarelzer Strafraum zu einem Elfmeter, Marc Schneckenberger scheiterte jedoch an Spvgg-Keeper Jan Nicklausson. Der folgende Eckball gelangte am ersten Pfosten zu Marcel Busch, dessen Kopfball jedoch ebenfalls sichere Beute des Neckarelzer Keepers wurde.

In der 15. Minute schlug sich der kurzzeitige Neckarsulmer Dauerdruck dann endlich auch im Ergebnis nieder. Zunächst waren sich Nicklausson und ein Neckarelzer Abwehrspieler nicht einig, Nutznießer Steven Neupert legte mit viel Übersicht auf Marcel Gerstle zurück, der die Kugel humorlos ins linke Eck platzierte. „Marcel sagte ja während der Woche, er kenne alle Löcher im wellenförmigen Neckarelzer Rasen Zum Glück wusste er auch noch wo das Tor steht“, sagte NSU-Sportdirektor Marco Merz mit einem Schmunzeln.

Der Rest der ersten Halbzeit war beidseitig nur wenig ansehnlich, Fehlpass reihte sich an Fehlpass, wobei man den Neckarelzern das Bemühen ansah, den Favoriten ärgern zu wollen. Von der Sport-Union war in der Offensive hingegen bis auf einen Kopfball an die Latten-Oberkante von Marcel Busch nicht mehr viel Positives im ersten Durchgang zu notieren. „Wir haben heute teilweise die notwendige Mentalität vermissen lassen, die gegen diesen Gegner und den Rasenverhältnissen notwendig gewesen wäre. Das hat mich schon geärgert“, gab Thorsten Damm zu.

Im zweiten Durchgang wurde es dann etwas besser, die Sport-Union agierte mehr mit langen Bällen, anstatt mit Ballstafetten das Mittelfeld zu überwinden. Bogdan Müller per Kopf (50.) und Seba Öztürk aus spitzem Winkel (56.) vergaben zunächst gute Einschussmöglichkeiten, ehe die zahlreichen mitgereisten Neckarsulmer Fans nach exakt einer Stunde zum zweiten Mal jubeln duften. Ein perfekter Pass in die Neckarelzer Defensiv-Nahtstelle nutzte Bogdan Müller eiskalt zum 0:2, der Vorentscheidung im Elzstadion.

Kurz darauf die beste Chance der Gastgeber, nach einem Eckball kam Fabio Schmidt aus sieben Metern zum Schuss, doch Marcel Susser konnte per Fußabwehr klären. Den Deckel endgültig drauf auf das Derby machte die Sport-Union in der 80. Minute. Einen Einwurf verlängerte Bogdan Müller in die Mitte, wo Marcel Gerstle trocken zum 3:0-Endstand vollendete. „Es kommt ja nicht so oft vor, dass ich Tore mache, von daher war es ein guter Tag für mich“, freute sich der Torschütze und Ex-Neckarelzer, der zugab: „Als ich das Sportgelände heute wieder betreten habe, kamen schon ein paar Emotionen bei mir auf.“

Thorsten Damms Gefühlswelt trug hingegen andere Züge. „Klar wir wussten, dass es kein einfaches Spiel wird, auch wenn man natürlich hofft, dass es anders kommt. Und auch wenn die Konstellation sich heute sicher nicht ganz einfach darstellte, war ich mit unserer Außendarstellung teilweise nicht einverstanden.

So gewann die Sport-Union letztendlich ein Spiel, in dem es wenig zu gewinnen gab, verdient mit 3:0. Diese Quintessenz bestimmte auch die Analyse von NSU-Sportdirektor Marco Merz: „Dieser Sieg ist für uns genauso wertvoll und schön wie alle anderen, weil bekanntlich nichts über drei Punkte geht.“

Abhaken, Deckel drauf und vorbereiten auf das kommende schwere Heimspiel gegen den SV Sandhausen II.

NSU: Susser, Gotovac (67. Seybold), Busch, R. Neupert, Klotz, Schneckenberger, S. Neupert (82. Marche), Öztürk (79. Hogen), Gerstle, Elseg (46. Leonhardt), Müller

 
 
Bilder zum Spiel:
 
Unser Team gegen Neckarelz
Vor dem Anpfiff
Blick auf unsere Bank
Das passende Motiv zum "S-Bahn-Derby"
Foul an Marcel Gerstle
Seba Öztürk gegen Abedin Krasniqi
Jan Nicklausson hält hier einen Elfmeter von Marc Schneckenberger
Gleich danach eine gute Chance für Marcel Busch
Und in der 30. Minute traf dann Marcel Gerstle erstmals gegen seinen Ex-Club
Diese Bild schmerzt allein beim Ansehen: Steffen Elseg
"Buschi" köpft die Kugel an die Latte
Marcel Gerstle gegen Florian Huck
Steven Neupert im Zweikampf
Steffen Elseg gegen Johann Nick
Schnecke mit Einsatz
Robin Neupert klärt per Kopfball
Auf gehts zur 2. Halbzeit
Hier sieht man Bogis Beweglichkeit: die Beine im 90 Grad-Winkel
Steffen und Seba erkämpfen sich gemeinsam die Kugel
Marc Schneckenberger gegen Veton Ahmeti
"Air" Gerstle scheint hier geradezu in der Luft zu stehen
Man of the Match: Marcel Gerstle
Seba Öztürk
Bogi setzt sich gegen David Cardal durch
Kopfballduell mit Steven Neupert
In dieser Szene erzielt Bogdan Müller das 0:2
Seba Öztürk freut sich mit dem Torschützen
Das 0:2 war sicher so etwas wie die Vorentscheidung
David Gotovac
Lässt hier gleich zwei Gegner stehen: Marcel Gerstle
Marcel Susser
Zweikampf
Schnecke gegen Ryotaro Tomizawa
Steven behauptet die Kugel
Marvin Leonhardt gewinnt dieses Kopfballduell
Foul an Marcel Busch
Kopfballduell
Nach getaner Arbeit: Seba Öztürk
Henrik Hogen
Marvin unterbindet diesen Neckarelzer Angriff
Nach vorne mit dem Ding: Pascal Marche
Marcel Gerstle
Hand? Nein, Bogi fängt den Ball, weil der Unparteiische soeben abgepfiffen hatte