07.05.17 - 0:4 beim SC Freiburg II -
Trotz starker erster Halbzeit am Ende chancenlos in Freiburg
 

Stark ersatzgeschwächt reiste Oberligist Neckarsulmer Sport-Union zum Tabellenführer Freiburger SC II. Neben dem Langzeitverletzten Martin Hess fiel unter anderem mit Marcel Busch und Robin Neupert die komplette etatmäßige Innenverteidigung aus. Mit Marius Klotz fehlte zudem ein weiterer Defensivakteur, Bogdan Müller saß grippegeschwächt zunächst nur auf der Bank. So musste schon vor dem Anpfiff, trotz des Spitzenspielcharakters Erster gegen Dritter, ein ungleiches Kräftemessen befürchtet werden. Denn der Spitzenreiter trat nicht nur in Bestbesetzung, sondern darüber hinaus auch noch mit drei Lizenzspielern aus dem Kader der SC-Profis an.

Den besseren Start erwischte dennoch die ersatzgeschwächte Neckarsulmer Elf. In der vierten Minute rutschte die Kugel zu Ouadie Barini durch, der jedoch aus aussichtsreicher Position an Freiburgs Keeper Eisele scheiterte. Dank einer konzentrierten Neckarsulmer Defensivarbeit dauerte es bis zur 11. Minute, ehe die Breisgauer zu ihrem ersten Torabschluss kamen. Nach einer Flanke von Dräger rauschte von hinten SCF-Torjäger Kai Brünker heran, setzte seinen Kopfball jedoch knapp am Pfosten vorbei. Insgesamt gelang es dem defensiv ausgerichteten Team von NSU-Trainer Thorsten Damm zunächst vorzüglich, die Freiburger vom eigenen Gehäuse fernzuhalten, so dass man das erste Etappenziel, einen frühen Gegentreffer zu verhindern, erreichte. Erst nach einer halben Stunde wurden die Gastgeber zwingender, der letztjährige österreichische Erstligaakteur Felix Roth kam frei vor Marcel Susser in Ballbesitz, doch der Neckarsulmer Goalie konnte geistesgegenwärtig klären.

Die Sport-Union versteckte sich keineswegs und setzte immer wieder durch die schnellen Offensivspieler Nadelstiche. Pech hatte das Pichterich-Team dann in der 32. Minute, als ein Freistoß von Ouadie Barini die Querlatte touchierte.

Kurz vor dem Seitenwechsel überschlugen sich dann die Ereignisse. Zunächst bekamen die Freiburger in der 40. Minute einen Strafstoß zugesprochen, doch Ex-Profi Iviza Banovic scheiterte an NSU-Keeper Marcel Susser. Eine Minute vor dem Seitenwechsel gingen die Breisgauer dann aber doch in Führung. Nach einem Eckball stand Matti Langer goldrichtig und köpfte das 1:0 für den Tabellenführer. „Wir haben uns in der ersten Halbzeit eigentlich sogar noch besser verkauft als bei unserem 1:0-Hinspielsieg, das Gegentor kurz vor der Halbzeit war daher schon ein Stimmungsbrecher“, ärgerte sich NSU-Coach Thorsten Damm.

Die Vorgabe in der Halbzeit war dann, mit derselben Taktik weiterzuspielen und zu versuchen noch den Ausgleich zu markieren. „Man hat den Freiburgern angemerkt, dass sie im Meisterschaftskampf unter Druck stehen. Diese Nervosität wollten wir ausnutzen“, so Thorsten Damm. Im zweiten Durchgang reichte den Freiburgern dann jedoch gegen nachlassende Gäste lediglich 12 Minuten, um mit drei weiteren Treffern für klare Verhältnisse zu sorgen. Vier Minuten nach dem Seitenwechsel war es zunächst Kai Brünker der die Freiburger mit seinem 16. Saisontor endgültig auf die Siegerstraße brachte. Dem 2:0 folgte in der 62. Minute der nächste Freiburger Treffer durch Langer, der aus kurzer Distanz abstauben konnte. Den Schlusspunkt zum 4:0-Endstand erzielte in der 72. Minute abermals Brünker. „Das schnelle 2:0 war der entscheidende Genickschlag. Danach war es dann die alte NSU. Wir agierten in der Phase bis zur 75. Minute quasi vogelwild, mit zahlreichen individuellen Fehlern“, monierte Thorsten Damm. „Diese Niederlage sollte uns bewusst machen wo wir herkommen und uns vor übereilten Träumereien warnen.“

So stand am Ende also ein gerechter Sieg des Tabellenführers, der am Ende sogar noch höher hätte ausfallen können. Positiv für die Sport-Union, dass man den dritten Platz festigen konnte, da auch die drei direkt dahinter platzierten Teams allesamt verloren haben. „Die Niederlage tut schon etwas weh, wenn man bedenkt wie ersatzgeschwächt wir heute angetreten sind und trotzdem eine sehr gute erste Halbzeit gespielt haben“, so Thorsten Damm. „Schlimmer wäre es aber gewesen, wenn wir nächste Woche hätten gewinnen müssen und ein Aufrichten des Teams notwendig gewesen wäre. So war das bei allem Ärger dennoch ein günstiger Zeitpunkt für diese hohe Niederlage.“

NSU: Susser, Gotovac, Kappes, Romano (62. Müller), Leonhardt (75. Marche), S. Neupert, Schneckenberger, Öztürk (86. Hierl), Gerstle, Retzbach, Barini (86. Elseg)

 
 
 
Bilder zum Spiel (c) Dieter Schaaf - vielen Dank, Dieter
 
Unser Team im Freiburger Möslestadion
Auch einige Freiburger Ultras wohnten der Partie bei
Kopfballchance für den SC Freiburg II
Chance für Ouadie Barini, doch Eisele im Freiburger Kasten hält
Kopfballmöglichkeit für Steven Neupert
Julian Retzbach ist vor Felix Roth an der Kugel
Ouadie Barini gegen Tobias Müller
Marcel Gerstle gegen Mohamad Dräger
Sebastian Kappes im Duell mit Kai Brünker...
... Kappo gewinnt den Zweikampf
Marcel Susser pflückt das Spielgerät vor Matti Langer herunter
Hier hält Marcel Susser erneut einen Elfmeter. Seine Bilanz: 3 von 4 Strafstößen konnte er parieren
Hier ist er aber machtlos, Matti Langer köpft das 1:0
Der entscheidende Genickschlag: Das Freiburger 2:0 kurz nach der Pause
Gegensätze: Zufriedenheit bei den Freiburgern, Niedergeschlagenheit bei unseren Jungs