29.10.16 - VerDAMMt, wie genial! NSU schlägt Tabellenführer Freiburg II 1:0
 

Fußball, Wahnsinn, Neckarsulm. Unser Oberliga-Team schaffte die Riesen-Überraschung und bezwang Tabellenführer und Topfavorit SC Freiburg II vor 550 begeisterten Zuschauern mit 1:0. Es war zum Einen das Resultat einer 90-minütigen kämpferischen Bravourleistung unserer Jungs auf dem Feld, zum anderen aber auch eines grandiosen taktischen Masterplans unseres Trainers Thorsten Damm. „Der Coach hat uns perfekt eingestellt“, sagte dann auch NSU-Abwehrchef Robin Neupert nach dem Abpfiff vollkommen zurecht, NSU-Sportdirektor Marco Merz ergänzte: „Das war eine taktische Meisterleistung unseres Trainer-Teams.“

Nein, Thorsten Damm hatte in der abgelaufenen Trainingswoche nicht etwa sämtliche Bälle im Ballschrank gelassen, in der weisen Voraussicht, dass sich das Spielgerät sowieso die überwiegende Zeit der 90 Minuten in Besitz des Tabellenführers befinden würde. Aber er hat seiner Mannschaft sinngemäß eingebläut: „Akzeptiert das Freiburg die besseren Einzelspieler, an der Schwelle zum Profibereich, hat; aber zeigt, dass wir über das Kollektiv verfügen.“ Bildlicher ausgedrückt: Tief stehen und rennen, kämpfen, bis der Arzt kommt. Zudem wurde das zentrale Mittelfeld gestärkt, Marcel Busch agierte defensiver und zentraler wie zuletzt.

Was die Sport-Union da gegen Freiburg rausgehauen hat, verdeutlicht ein Blick auf die Statistik. Die Freiburger hatten vor dem Spiel in Neckarsulm achtmal hintereinander gewonnen, dabei kein einziges Gegentor kassiert. Insgesamt reiste das Team von Trainer Christian Preußer mit mehr als zwölf Stunden ohne Gegentor an die Sulm. Es passte irgendwie zu diesem denkwürdigen Nachmittag, dass nur zwei weitere hinzukommen sollten.

Es passierte in der 2. Spielminute. Ein Befreiungsschlag der Sport-Union landete bei Marc Schneckenberger, der viel Raum hatte, und diesen zu einem Flügellauf nutzte. Sein für Marcel Gerstle gedachter Pass nach innen touchierte im Strafraum deutlich die Hand des Freiburger Außenverteidigers Pius Dorn, so dass Referee Luigi Stariano zurecht auf Elfmeter für die Heimelf entschied. Martin Hess, der zum Saisonauftakt gegen Pforzheim noch vom Punkt gescheitert war, zeigte diesmal keine Nerven und verlud SC-Keeper Kai Eisele – es stand 1:0 für die Sport-Union, der Nimbus der Freiburger Gegentorlosigkeit war gebrochen.

Ein Auftakt wie gemalt für die Neckarsulm, aber auch wie vom Trainer geplant? „Dass es so extrem läuft, damit habe ich nicht gerechnet, unser erstes Etappenziel war eigentlich, in der ersten Viertelstunde ohne Gegentor zu bleiben. Aber natürlich hat uns geholfen, dass die Jungs sehr schnell bemerkt haben, dass unsere Taktik aufgeht.“ Und daher tat das nun folgende quasi 90-minütige Ball-und Gegner-Hinterherrennen auch nur halb so weh. Die Neckarsulmer Weiterentwicklung der letzten Wochen fand nämlich vor allem in punkto Mentalität statt. Nicht um jeden Preis mitspielen, sondern zunächst diszipliniert arbeiten und geduldig auf Chancen warten – das ist der neue Neckarsulmer Weg.

Dass es gegen einen Gegner, der mehr als doppelt so oft trainiert zu einem Dreier reicht, ist dennoch erstaunlich. Erklärungsansätze? „Es ist wohl eine Mischung aus Fitness, Fokussierung und brutalem Willen unserer Spieler, sobald das Spiel angepfiffen wird“, analysiert Thorsten Damm.

Seine Mannschaft hatte in der ersten Halbzeit zwar nur diesen einen Torschuss, der zum Treffer führte, doch auch die Freiburger hatten keine einzige hochkarätige Möglichkeit in Durchgang eins. „Das ist Wahnsinn, was ihr spielt“, rief SC-Coach Christian Preußer, Trainer-Typ Thomas Tuchel, in Minute 35 seinen Mannen zu und schickte kurzerhand seine komplette Auswechselbank zum Warmlaufen.

Zugegeben, im zweiten Durchgang kam dann auch etwas Glück für unsere weiterhin aufopferungsvoll kämpfende Mannschaft hinzu. Aber dieses Glück hat sich die Sport-Union aufgrund der unfassbaren Laufintensität wahrlich verdient.

Die Freiburger spielten aber nun zwingender. Nach etwas mehr als einer Stunde zog der starke Marvin Weiss aus 18 Meter ab, doch seinen trockenen Schuss fischte NSU-Goalie Marcel Susser aus dem kurzen Eck. Eine Minute später dasselbe Duell. Diesmal tauchte Weiss nach einem Eckball aus kurzer Distanz frei vor Marcel Susser auf, doch dieser lenkte die Kugel mit einem famosen Reflex über die Torlatte.

In der stärksten Freiburger Phase war keine weiteren zwei Minuten später Profi Lukas Hufnagel frei durch, sein Diagonalschuss verfehlte das Ziel um Haaresbreite. Die Sport-Union wankte – doch sie fiel nicht. Auch nicht in Minute 74, als SC-Kapitän Felix Roth auf Hufnagel prallen ließ, dieser die Kugel volley jedoch aus zehn Meter knapp über das Gehäuse platzierte. Als abermals Hufnagel kurz vor dem Abpfiff nach Pass von Ex-Profi Ivica Banovic am glänzend reagierende Marcel Susser scheiterte, wurde der unverhoffte Dreier langsam Realität. Und nachdem Robin Neupert in der Nachspielzeit tatsächlich noch zum zweiten Neckarsulmer Torschuss der Partie kam, war es tatsächlich geschafft: Die Sport-Union schlug den Tabellenführer.

In einer Begegnung mit gefühlten 90 Prozent Freiburger Ballbesitz hatte sich die Sport-Union den Sieg aber auch irgendwie verdient und kann nun seinerseits auf einige bemerkenswerte Statistiken blicken: Das 1:0 war der vierte Heimsieg in Folge ohne Gegentor, insgesamt ist man nun in sieben Spielen unbesiegt, sammelte dabei bemerkenswerte 17 Punkte. Zudem war es das dritte Neckarsulmer Spiel in Folge ohne Gegentor. Der Lohn: Platz 5 in der Oberliga. Auch Sportdirektor Marco Merz war dementsprechend hoch zufrieden: „Allergrößte Anerkennung für die Mentalität und Willenskraft unserer Mannschaft. Sie hat die Herzen der Zuschauer erreicht und tolle Emotionen geweckt. Das Team ist derzeit ein toller Sympathieträger für unseren Verein.“ In der Tat hat man ein derart mitgehendes Publikum im Pichterichstadion selten erlebt. Auch von der emotionalen Seite war es also ein ganz besonderer Nachmittag

Die Sonne könnte eigentlich bedingungslos über Neckarsulm strahlen, doch abermals hat das Verletzungspech grausam zugeschlagen. Nach einer Verletzung in der Schambeingegend musste unser Kapitän Martin Hess mit großen Schmerzen vom Platz geführt werden. Wie lange er ausfällt? Eher längere Zeit. Gute Besserung, Martin.

NSU: Susser, Klotz, Kappes, R. Neupert, Gotovac, Busch, Gerstle (90. S. Neupert), Schneckenberger, Marche, Hess (56. Retzbach), Hogen (80. Öztürk)

 
 
Bilder zum Spiel:
 
Optimismus herrschte bei unserem Team bereits vor dem Anpfiff ...
...aber auch pure Konzentration, wie aus diesem Bild zu entnehmen ist
Der Tabellenführer aus dem Breisgau
Marco Merz stimmte sich kulinarisch auf das schwere Heimspiel ein
Der Einlauf der Teams
Unsere Starting Eleven
Shakehands
Nochmals Mut machen kurz vor dem Anpfiff
Henrik Hogen klärt tief in der eigenen Hälfte
Die 2. Minute: Klarer Beleg - es war Hand von Pius Dorn
Daher war der Elfmeterpfiff vom umsichtig leitenden Unparteiischen Luigi Satriano auch vollkommen korrekt
Martin Hess, der Mann ohne Nerven verlud Freiburgs Keeper Kai Eisele...
... der ins leere fliegt
Drin das Ding, 1:0 für die NSU nach gerade mal drei Minuten
Martin Hess erzielte sein 12. Saisontor
Kollektive Freude über den frühen Führungstreffer
Kopfballduell mit Martin Hess
Robin Neupert klärt gegen Eric Lickert
Marius Klotz kann es nicht glauben - doch er sieht relativ früh in der Begegnung den gelben Karton
Riesenchance für Freiburg kurz vor dem Abpfiff durch Marvin Weiss, doch Marcel Susser klärt grandios
Über zu wenig Arbeit haben sich Robin Neupert und Sebastian Kappes in der Innenverteidigung sicher nicht beschweren können
Dicht gedrängt - die NSU-Fans auf der Terasse
Julian Retzbach stoppt Pius Dorn
Pascal Marche mit langem Bein gegen Freiburgs Kapitän Felix Roth
Marius und Buschi klemmen den Bein ein
Das Spiel gegen den Tabellenführer zog die rund 550 Zuschauer von Beginn an in seinen Bann
Freiburgs Coach Christian Preußer mit mürrischem Gesichtsausdruck
Henni gegen gleich drei Gegenspieler
Marc Schneckenberger behauptet die Kugel gegen Felix Roth
Marius Klotz bremst den Freiburger Kapitän
Martin Hess setzt sich gegen den Freiburger Profi Mats Moller-Daehli durch
Unbändiger Wille: Robin Neupert gegen Kai Brünker
Martin ist vor Eric Lickert an der Kugel
Foul an "Schnecke"
Der Freiburger Maskenmann Marvin Weiss
Anspannung auf der Neckarsulmer Bank
Marc Schneckenberger scheint hier zu fliegen
Und dann war Halbzeit - Martin und Marvin auf dem Weg in die Kabine
Und hier ist unser Capitano schon wieder in Action
Foul an Marcel Gerstle
Und hier ist es passiert: Martin Hess verletzt sich bei diesem Zwekampf ...
... und muss vom Platz geführt werden
Trost von unserem Coach Thorsten Damm
Marcel Busch hält die Kugel ganz cool in Nähe der Eckballfahne
Julian Retzbach drischt das Spielgerät nach vorne
Hoch, höher, Susser - unser Keeper war abermals nicht zu bezwingen
Der Spieler ohne Kopf ist Marcel Busch
Die Freiburger raufen sich die Haare, Marcel Susser hat die Kugel save ...
... und tröstet sogar noch einen Freiburger Stürmer
Unser "Bushido" gegen Marvin Weiss
 
Marcel Busch
 
Steven Neupert kommt für Marcel Gerstle ins Spiel
Und dann war es geschafft! Der Abpfiff, die Überraschung war perfekt
Riesenjubel auch bei unseren Zuschauern
1:0-Sieg gegen Freiburg II - wer hätte das gedacht?
Der Rest war Freude pur!
Marco mit "Kappo"
Die Freiburger blieben dennoch Tabellenführer
Verdienter Jubel mit den Fans
La Ola im Pichterichstadion
Auch Martin freute sich trotz großer Schmerzen mit