18.09.16 - Müller-Doppelpack bei 4:0-Heimsieg gegen Neckarelz
 

„Ich bin durchaus zufrieden“. Das Aufatmen auf dem Pichterich war spürbar, auch bei Trainer Thorsten Damm. Gegen die Spvgg Neckarelz gab es diesmal kein Zitterspiel oder gar ein böses Erwachen wie beim 0:3 am vergangenen Mittwoch gegen die Stuttgarter Kickers II. Der 4:0-Erfolg der Sport-Union gegen das Schlusslicht war ebenso standesgemäß wie verdient.

Euphorische Freude über den vierten Saisonsieg wollte aber zurecht nicht aufkommen, denn die Gäste präsentierten sich trotz eines Trainerwechsels vor wenigen Tagen viel zu harmlos, um ernsthaft an einem Punktgewinn zu schnuppern. „Ich meine das wirklich nicht despektierlich, aber wie haben heute gegen ein Team gespielt, dass wohl auch in der Verbandsliga um den Abstieg spielen würde“, so NSU-Sportdirektor Marco Merz. Dennoch sei das Team die Begegnung zurecht seriös und konzentriert angegangen, was keinesfalls selbstverständlich war. „Die normal vor einem Derby herrschende Euphorie hat diesmal nach dem 0:3 gegen die Kickers bei uns gefehlt.“

„Drei Punkte, ein deutlicher Sieg, ich denke wir können sehr zufrieden mit unserem Auftritt sein“, lobte daher Thorsten Damm. Die Marschroute seiner Mannschaft: „Wir wollten den Gegner defensiv anlaufen und zu Fehler zwingen.“ Schon in der Anfangsphase zeigte sich, dass die NSU, bei der überraschend Martin Hess zu einem 45-Minuten Startcomeback kam, den Gästen aus Neckarelz  hoch überlegen sein würden. Allerdings zeigte die Spvgg viel Engagement in der Defensive, hatten aber auch Glück, nicht schon früh in Rückstand zu geraten. So retteten die Gäste in der 8. Minute einen Kappes-Kopfball auf der Linie,  zwanzig Minuten später köpfte Marcel Gerstle die Kugel aus kurzer Distanz Spvgg-Keeper Denis Deter in die Arme.

Nach einer halben Stunde später war der Bann aus Neckarsulmer Sicht endlich gebrochen. Nach einer feinen Hereingabe von David Gotovac beförderte Marc Schneckenberger die Kugel hart bedrängt halb mit der Schulter, halb mit der Brust ins Netz, 1:0 für die NSU. Endlich. Trotz weiterer guter Möglichkeiten wechselten die Teams mit der knappen Führung der Heimelf die Seiten.

Die Sport-Union war im zweiten Durchgang sofort sichtlich darum bemüht, schnell für klare Verhältnisse zu sorgen. Nachdem Philipp Seybold in der 51. Minute noch am glänzend reagierenden Denis Deter scheiterte, machte es Bogdan Müller eine Minute später besser. Wieder bereitete David Gotovac über rechts vor, Bogdan Müller storchelte die Kugel aus kurzer Distanz irgendwie ins Netz. 2:0, die Vorentscheidung. Nur sieben Minuten später schnürte die Neckarsulmer Nummer 3 dann den Doppelpack. Diesmal „müllerte“ Bogi die Kugel am kurzen Pfosten per Kopf zum 3:0 ins Netz.

Der Drops schien gelutscht, doch die Neckarelzer zeigten Moral und kamen nach 66 Minuten tatsächlich zur Riesenchance zum 1:3. Nach einem Rempler von Sebastian Kappes im eigenen Strafraum entschied der Unparteiische Lukas Heim auf Elfmeter für Neckarelz.  Doch der bis dahin quasi beschäftigungslose NSU-Keeper Marcel Susser hatte etwas gegen einen Gästetreffer und verhinderte diesen mit einem starken Reflex, Schütze Nikica Filipovic raufte sich die Haare.

Doch es kam noch schlimmer für die Gäste. Neun Minuten vor dem Abpfiff schlug der eingewechselte Yannick Ttzmann eine scharfe Hereingabe in den Neckarelzer Strafraum, diese wurde durch einen missglückten Abwehrversuch von Simon Fertig ins eigene Tor abgefälscht. Das vierte Tor, abermals entstanden über die rechte Neckarsulmer Angriffsseite. Erklärungsversuche dafür? „Goto spielt gerne sehr starke zweite Halbzeiten“, schmunzelte NSU-Coach Thorsten Damm und lobte seinen dreifachen Torvorbereiter. Die Quintessenz des Spieles: Pflichtdreier eingefahren.

Doch was erwartet Thorsten Damm nun für die kommenden Spiele? „Wir müssen uns stabilisieren. Sowohl leistungstechnisch als auch punktemäßig“, fordert der Neckarsulmer Übungsleiter. „Ich hätte nichts dagegen, wenn wir uns in den nächsten unspektakulär und unscheinbar im gesicherten Mittelfeld etablieren.“ Das Phantom aus Neckarsulm? Warum nicht. Den ersten Schritt dazu hat die Sport-Union heute getan.

NSU: Susser, Klotz, R. Neupert, Kappes, Gotovac, Seybold, Gerstle (76. Titzmann), Schneckenberger (70. Marche), S. Neupert, Müller (65. Hogen), Hess (46. Hess)

 
 
Bilder zum Spiel:
 
Einstimmen vor dem Anpfiff
Shakehands der beiden Teams
Foul an Robin Neupert
Sein Bruder Steven setzt sich hier gegen gleich zwei Neckarelzer durch
Martin Hess akrobatisch
Robin wuchtig gegen Arnold Luck
Marc Schnekcnberger sucht den nächsten Mitspieler
Martin Hess kam nur anderthalb Wochen nach seiner Knieverletzung heute zu seinem Comeback
Große Kopfballchance für Marcel Gerstle
Daumen hoch für diesen Move, Martin
Und dann war er endlich drin: Marc Schneckenberger
Rund eine halbe Stunde hatte das Neckarelzer Defensivbollwerk gehalten
Philipp und Robin
Bogdan Müller setzt sich hier gegen gleich zwei Neckarelzer durch
Foul an Robin...
... doch es ging für unseren Abwehrchef zum Glück weiter
Instruktionen für Marius Klotz
Spielbeobachter
Martin Hess gegen Ali Artun
In Neckarsulm gibt es die einzigen Balljungen mit modischem Hut
Großchance für Marius Klotz
Marcel Susser im Neckarsulmer Kasten wurde nur selten geprüft
Selten sah es so im Pichterichstadion aus...
... meistens so
NSU-Coach Thorsten Damm
Marcel Gerstle
Bogi Müller
Textiltest bei Steffen Elseg
Zeigte einige starke Paraden: Denis Deter
Beim 0:2 durch Bogdan Müller war er aber machtlos
Robin Neupert beglückwünscht Vorbereiter David Gotovac
Philipp Seybold
Kopfball Bogi...
3:0!
Gebremste Freude beim Torschützen aus Respekt gegen den Ex-Club
Steffen Elseg gegen Yuta Aomura
Marcel Gerstle
Wurstelt sich hier durch: Marc Schneckenberger
Marius Klotz
Marcel Gerstle setzt zur Grätsche an
Regenschirm oder Kapuze? Am besten beides!
Enzo und Julian
David Gotovac
Henrik Hogen
Und wieder din. Das 4:0 rsultierte aus einem Eigentor
Pascal Marche hinterfragt die gelbe Karte des Unparteiischen
Marcel Gerstle mit seinem ehemaligen Mitspieler und jetzigen Neckarelzer Neu-Trainer Marc Ritschel
Und auch die Balljungen hatten nach dem Abpfiff Spaß